Die chinesische Hochzeit, die ich besucht habe war in einem kleinen Dorf auf dem Land. Es waren zehn Grad und die Hochzeit fand draußen statt, was für mich kein Problem war, da die Gäste einfach in ihren Alltagsklamotten kommen konnten und sich nicht besonders anziehen mussten, während es für die Braut und alle die eine Kleid anziehen mussten wohl ziemlich kalt gewesen sein muss. Alles war recht kitschig mit aufblasbaren Lampions, chinesischen Flaggen, Plastikblümchen und Postern, auf denen "happiness wedding" drauf stand, geschmückt. Es gab einen roten Teppich, der von dem Eingangstor (auch aufblasbar) bis zu der kleinen Bühne führte auf der die Zeremonie stattfand. An den Seiten des Teppichs waren ein paar Plastikstühle mit weißen Überzügen, die aber für die unglaubliche Anzahl von Menschen niemals gereicht hätten. Ich habe jedoch recht schnell gemerkt, dass die Zeremonie eigentlich nur für die Fotos da war. Bevor das Brautpaar ankam gab es mehrere Sänger, die vor allem die Kinder unterhalten haben. Als die Braut dann in einem weißen Kleid kam und über den roten Teppich lief, spielte ein Saxophonist und es wurde Feuerwerk angezündet, was es ehrlich gesagt weniger romantisch gemacht hat, weil man irgendwann dank dem ganzen Rauch der dabei entstand gar nichts mehr sehen konnte. Alle drei Meter musste die Braut stehen bleiben und erneut posen damit auch ja viele gute Fotos entstanden. Somit hat es dann gute zwanzig Minuten gebraucht, bis sie die 15 Meter bis zur Bühne geschafft hat. Dort angekommen wurden dann wieder tausende von Bildern, diesmal mit dem Bräutigam gemacht; umarmend, lächelnd, ernst, mit Blumenstrauß, ohne Blumenstrauß, mit anderem Blumenstrauß, mit Hochzeitstorte,... Daraufhin haben sie sich dann (endlich) das Jawort gegeben und die Ringe angesteckt. Nach einem nicht einmal einsekundigen Kuss auf die Wange der Braut (alles andere wäre ja wie Pornographie gewesen), wurde die Hochzeitstorte angeschnitten. Daraufhin kamen die Eltern des Bräutigams auf die Bühne, welche im Gesicht mit roter Farbe bemalt und mit ganz vielen Aufklebern beklebt waren. Die Braut hat ihnen dann einen Becher Tee gereicht, womit der spannende Teil für mich beendet war, da der Moderator danach nur noch geredet hat und natürlich noch mehr Bilder gemacht wurden. Nach der Zeremonie hat sich die Braut in ein rotes traditionell chinesisches Kleid umgezogen, was ich viel schöner fand. Das Brautpaar und die Eltern des Bräutigams sind daraufhin, während alle Gäste unglaubliche Mengen an Essen vertilgen sollten, zu jedem Tisch gegangen und haben dort mit allen angestoßen. Nach dem Essen hat man dann recht deutlich gemerkt, dass mein Gastvater ordentlich beim Baijiu (白酒 "chinesischer Weißwein" der mit mehr als 50% Alkohol aber eher Vodka gleicht) zugelangt hatte und mich jetzt allen seinen Bekannten vorstellen wollte. Somit hat er mich zu den Tischen gezogen (naja eigentlich ist er in die Richtung gewankt und hat sich dabei an mir festgehalten, um nicht umzukippen) wo es dann immer recht komisch weiterging, da einfach irgendeinem fremden Gast ein Glas mit irgendeiner Flüssigkeit weggerissen wurde und mir in die Hand gedrückt wurde, damit ich mit irgendeiner anderen Person, die die Situation auch komisch fand, anstoßen konnte.

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Nachdem wir im Süden Chinas die Familie meiner Gastmutter besucht hatten, sind wir danach im Norden in der Provinz Hebei bei der Familie des Vaters geblieben. Das war wirklich mitten im nirgendwo auf dem Land. Das Dorf in dem wir gewohnt haben war eigentlich nur von Mais- und Reisfeldern umgeben und es führte eine Straße aus dem Dorf raus, in Richtung des nächsten Dorfes was nicht von dem zu unterscheiden war. Man brauchte ein Auto um irgendwie weg zu kommen, jedoch war das Fahren im Dorf recht schwierig, da die Straßen sehr schmal und rumpelig waren und überall Mais zum trocknen ausgelegt war. Die Häuser bestanden aus einem Innenhof, um den mehrere Räume herum gebaut waren. Es gab keine richtigen Türen, sondern Vorhänge aus Stoff, Plastik oder Bambus. Auch eine Heizung gab es nicht, weswegen man einfach die ganze Zeit eine Jacke tragen musste. In meinem Zimmer haben sie die chinesische Ingenieurskunst richtig zur Schau gestellt, indem sie die Schnur an der man ziehen muss, um das Licht anzumachen mit einer anderen Schnur verlängert haben, diese dann um einen Stuhl neben meinem Bett gebunden haben und eine Decke zum beschweren daraufgelegt haben, sodass ich das Licht am Ende auch von meinem Bett aus anmachen konnte ohne aufstehen zu müssen. Das beste waren jedoch die Bäder und die Klos. Das Badezimmer in unserem Haus wurde mit einem kleinen Vorhang von der Küche abgetrennt und hatte eine Badewanne, von der aber nur die Wasserhähne und nicht die Wanne genutzt wurde. Außerdem gab es eine Dusche ohne Duschvorhang, was in China aber keine Seltenheit ist. Leider hatte ich nach dem Versuch die Dusche anzustellen und warmes Wasser zu bekommen den ganzen Hahn in der Hand, was nicht so normal ist und womit ich dann nicht nur die Dusche kaputt gemacht habe, sondern irgendwie auch das warme Wasser im Bad abgestellt habe. Somit konnte ich dann bei zehn Grad mit einer Schüssel und kaltem Wasser duschen. Die Klos in dem Haus sind wahrscheinlich die rustikalsten, die ich bis jetzt gesehen habe. Es sind zwei Klos in einem Raum, die mit einer Mauer und einem Vorhang von einander getrennt sind. Die Klos sind rechteckige ziemlich tiefe Löcher im Boden, die jedoch recht gut gefüllt sind. Eine Spülung gibt es nicht aber das Loch geht hinten wie eine Rampe etwas nach unten, sodass es eine Möglichkeit hat "abzufließen". Hinter dem Loch ist ein Brett angebracht, was die Wand schützen soll und daneben sind ein paar Ziegelsteine gestapelt, auf die ein Stock aus Bambus gelegt ist, damit man bequem sitzen kann. Als ich vor ein paar Tagen ankam war ich so erkältet, dass ich den Gastank nur wahrgenommen habe als ich in dem Raum mit den Klos war. Jetzt wünsche ich mir tatsächlich, dass meine Erkältung wieder stärker wird, da ich es jetzt im ganzen Innenhof riechen kann. Nichts desto trotz habe ich lieber den Gestank auf diesem Klo, als das was mir in einem der Dörfer in der Nähe widerfahren ist. Die Klos dort waren zwar normale Hockklos mit Spülung, man hatte jedoch noch weniger Privatsphäre, als auf den Toiletten auf dem Berg in der Nähe Beijings (ein paar Einträge zuvor). Diese Klos hatten gar keine Kabinen, Wände oder irgendetwas. Wenn man den Vorhang zu den Toiletten von außen geöffnet hat konnte man direkt auf die Klos gucken. Bei solchen Toiletten kann es passieren (ich spreche hier leider aus eigener Erfahrung), dass eine Oma mit ihren drei Enkeln mittendrin reinkommt, sich neben einen setzt und die drei Enkel sich sehr interessiert vor einen stellen und einen anstarren. Sie hören auch nicht auf einen anzustarren. Auch wenn die Oma fertig ist, den Vorhang nach draußen aufreißt, neben dem offenen Vorhang wartet und die Kinder anschreit, dass sie entweder kommen sollen oder ein Gespräch mit dir anfangen sollen. Das erregt dann auch die Aufmerksamkeit vieler Außenstehender und in so einem Moment ist es am besten, wenn man sein Schamgefühl ganz abschaltet, einem einfach alles egal ist und man sich denkt, dass man diese Leute sowieso nie wieder in seinem ganzen Leben sehen wird.

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Ganz am Anfang der Ferien waren wir in Changsha, dem Heimatort Maos. Eigentlich beten alle Chinesen Mao an, aber hier wurde das Ganze auf ein nächstes Level getrieben und war wirklich schon wie eine Religion. Wir haben viele Staturen Maos angeschaut, um die die wildesten Legenden ragen, die alle mit ewigem Wohlergehen der Personen enden, die sich vor den Staturen verbeugen und Mao für immer lieben. Somit bin ich dort auf ganze Gruppen "Maofans" getroffen und es wurden richtige Zeremonien gehalten bei denen man der Statur für unglaublich viel Geld einen Blumenstrauß überreichen durfte. Meine Gasteltern schienen dem auch nicht ganz abgeneigt zu sein und wollten auch ein Bild auf dem sie salutieren. Wir haben auch das Haus angeschaut, indem er aufgewachsen ist. Bevor wir es betreten durften mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle, wie am Flughafen. Obwohl wir echt früh morgens da waren, waren dort schon super viele Menschen, was die Wartezeit schon echt lange gemacht hat. Als wir dann ins Haus kamen, konnten wir das Bett betrachten in dem Mao geschlafen hat, den Schreibtisch an dem er immer bis spät in die Nacht gelernt hat um so ein schlauer toller Mensch zu werden, die Pinsel mit denen er geschrieben hat, die Wippe auf der er gewippt ist, wenn er denn gerade mal nicht am lernen war, den Teich aus dem er getrunken hat und indem er geschwommen ist und und und... Währen die Chinesen diese Dinge unglaublich interessant fanden und total begeistert waren, habe ich mich eher an dieser Begeisterung und dem "Selfie mit jedem Gegenstand machen, dem Mao möglicherweise mal nah gewesen war" amüsiert. In Changsha gibt es, so wurde mir erzählt, auch den besten stinky Tofu. Wie der Name es schon sagt ist das ein Tofu der wirklich ziemlich abartig stinkt. Wenn man jedoch nicht so sehr auf den Geruch und auch das Aussehen achtet, schmeckt es gar nicht so schlecht. (Aber auch nicht so gut, dass ich es mir selber nochmal kaufen würde.)
Insgesamt habe ich aber hauptsächlich an typisch chinesischen Familientreffen teilgenommen. Diese lassen sich recht einfach beschreiben und sind ziemlich langweilig und einfach nur unfassbar laut (ich habe auch die Kinder gefragt und sie haben genau das gleiche gesagt). Wir haben uns jeden Tag morgens mit ungefähr 25 Leuten in einer kleinen Wohnung getroffen, wo die kleinen Kinder vor den super laut gestellten Fernseher gesetzt wurden und die anderen an ihren Handys waren während ein paar Ältere die ganze Zeit ein chinesisches Spiel um Geld gespielt haben. Mittags wurde dann zum Essen ausgegangen, nachmittags wurde genau das Gleiche gemacht wie vormittags, daraufhin wurde zum Abendessen wieder ausgegangen und danach eigentlich wieder genau das Gleiche gemacht wie vorher, nur dass die Männer jetzt total besoffen waren und alles somit noch lauter war als sowieso schon, während die Frauen nur Tee getrunken und die Kinder bespaßt haben.
In den letzten paar Tagen in Hebei war es dann etwas interessanter. Die Familie des Vaters hatte einen sieben jährigen Sohn, also sozusagen mein Gastcousin, der mir nicht von der Seite gewichen ist. In China nennt man grundsätzlich jedes Kind, was jünger ist als man selbst, kleiner Bruder (didi 弟弟) oder kleine Schwester (meimei 妹妹) und jedes Kind, was älter ist, großer Bruder (gege 哥哥) oder große Schwester (jiejie 姐姐). Jeden erwachsenen Mann nennt man Onkel (shushu 叔叔) und jede Frau Tante (ayi 阿姨). Daran habe ich mich bis jetzt immer noch nicht gewöhnt und finde es ziemlich komisch irgendwelche fremden Leute so zu nennen, aber gut. Mein "didi" war echt süß und ist immer überall hingerannt, um zu erzählen, dass er jetzt eine deutsche Schwester hat.
Nach der Hochzeit, auf der ich war (ein anderer Eintrag) durfte ich recht spontan bei zehn grad Jetski fahren, was ich trotz der Kälte mega cool fand und echt Spaß gemacht hat. Außerdem waren wir an einem Abend in einer richtig schönen Straße mit ganz vielen Essensständen, die um einen Fluss herum gebaut war. Am letzten Tag hat meine Gastfamilie ganz viele Bekannte zum Essen eingeladen, weswegen wir den ganzen Vormittag mit den Vorbereitungen beschäftigt waren. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass so viel Leute kommen würden. Das Wohnzimmer, der Innenhof und alle Schlafzimmer wurden zu Esszimmern umfunktioniert, sodass die bestimmt 70 Personen Platz hatten. Dort hat es den Anschein gemacht, als wäre ich der erste Ausländer, der dieses Dorf jemals betreten hat und der erste Ausländer, den die meisten Chinesen hier jemals zu Gesicht bekommen hatten. Ich kam gar nicht richtig zu meinem Platz, weil alle mich angesprochen haben und meine Haare, mein Gesicht und meine Hände angefasst haben, um zu gucken ob auch wirklich alles echt ist. So viele Bilder wie an diesem Abend habe ich auch noch nie mit unterschiedlichen Personen gemacht. Es war wirklich eine Warteschlange von 50 Leuten, die alle ein Bild haben wollten. Mir wurden auch zwei Mal einfach irgendwelche Kleinkinder auf den Arm gesetzt, die eigentlich überhaupt keine Lust hatten Bilder zu machen, was echt komisch war. Auch etwas unangenehm war, dass während des Essens einfach Leute ankamen und haben mich beim essen fotografiert haben. So etwas ist mir aber auch schon in normalen Restaurants passiert und somit nichts ganz neues...

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In den 8 Tagen Ferien für den chinesischen Nationalfeiertag und das Herbstfest haben wir die Familie besucht. Dazu sind wir ungefähr 22 Stunden lang mit einem Nachtzug nach Hunan, einer Provinz im Süden Chinas gefahren. In dem Zug waren immer drei Betten übereinander, wodurch der Abstand zwischen den Betten recht klein war. Ich habe in einem Bett ganz oben geschlafen, was anfangs etwas gruselig war und mir echt hoch vorkam, weil man nur ein kleines Geländer in der Mitte des Bettes hatte und der Zug häufig nicht gerade glatt fuhr, sondern einem eher das Gefühl gab er würde entgleisen. Da es keine Kabinen gab und man sich zum schlafen nicht umziehen konnte, war ich echt froh noch mein schlabber T-shirt und die Schuluniform Jogginghose anzuhaben, weil das echt gemütlich war. Die Betten waren zwar schmal und die riesige Decke, die ich wegen der Hitze nicht gebraucht habe, hat auch noch recht viel Platz weggenommen, aber es war trotzdem gemütlicher als erwartet. Das, was es wirklich ungemütlich gemacht hat, waren die Lautsprecher, die man zwar nicht sehen konnte, die aber anscheinend direkt über meinem Kopf waren. Das habe ich erst gemerkt, als ich fast eingeschlafen war und dann von einer leider sehr lang anhaltenden Melodie, die ursprünglich wahrscheinlich schön zum einschlafen anregen sollte, aufgeschreckt wurde, weil sie bei mir dank der Lautstärke das totale Gegenteil bewirkt hat und ich Ewigkeiten mit meinem Kopf unter dem Kissen verharren musste, damit ich nicht komplett schwerhörig wurde. Als es dann endlich vorbei war, konnte ich tatsächlich gut schlafen bis um halb sieben das Licht angestellt wurde, was mich gar nicht so sehr gestört hätte, wenn nicht zusätzlich wieder meine geliebte Melodie erklungen wäre.
An dem einen Klo für das ganze Abteil stand schon an der Tür, dass man nur aufs Klo gehen darf wenn der Zug fährt. Das liegt daran, dass sich keine Mühe gemacht wurde einen Tank, der alles auffängt, einzubauen und das Geschäft einfach direkt auf die Gleise fällt. Während ich mein Handy neben dem Waschbecken aufgeladen habe, weil das der einzige Ort mit einer freien Steckdose war, habe ich so einige Dinge beobachtet, die mir gezeigt haben, dass diese Waschbecken recht vielseitig sind und auch als Nudelsieb, Taschentuch, Aschenbecher und Pissoir für Kleinkinder genutzt werden können. Danach war ich mir auch ziemlich sicher, dass man nach dem Waschen der Hände wahrscheinlich dreckigere Hände hat als vorher. In den Stunden des Wartens wurden mir auch recht oft Zigaretten angeboten, was auch nur bestätigt, dass Chinesen das Alter von Ausländern überhaupt nicht einschätzen können. Ich werde grundsätzlich immer fünf Jahre älter geschätzt.
Als wir dann endlich ankamen, ging es mit einer wunderbaren Autofahrt weiter. Mit zwei Leuten zu viel, also zu fünft auf die Rückbank gequetscht, saß ich zwischen zwei Schwestern, die sich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatten. Das Radio war viel zu sehr aufgedreht und setzte schon einmal einen sehr hohen Lautstärke Pegel voraus, den alle anderen übertrumpfen mussten, um sich irgendwie verstehen zu können, was es sehr qualvoll machte wenn man nichts zu der Lautstärke beitrug. Die Schwestern schrieen sich über mich hinweg (oder eher hindurch) an, die kleine Cousine war durchgängig am heulen und am schreien und wurde nicht weiter beachtet, meine Gastschwester hat ihren Freund übers Handy angeschrieen und vorne haben sich die Männer lautstark über den Weg gestritten während einer von den beiden ein Spiel auf seinem Handy gezockt hat und die Lautstärke natürlich auch ganz aufgedreht hatte.

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Eines der wichtigsten Tage in
der Schulzeit ist das Sportfest, was sich wirklich sehr von dem im Deutschland unterscheidet. Das Sportfest fand Freitag in einem Stadion statt, was gemietet wurde aber die ganze Woche davor wurden in den Mittagspausen in der Schule schon Wettkämpfe gemacht, dessen Gewinner dann nur im Stadion gekürt wurden. Diese Wettkämpfe waren freiwillig und für Jungs beispielsweise wer die meisten Klimmzüge schafft und bei den Mädchen das gleiche mit sit-ups. Ich hatte mich zuerst für keine Wettkämpfe eingetragen und mir wurde dann am Donnerstag mitgeteilt, dass meine Mitschüler mich für einen Tanz eingetragen hatten. Dieser Tanz war wohl ein Teil der großen Eröffnungsfeier und die Anderen waren schon seit Schulanfang damit beschäftigt ihn einzuüben. Ich durfte an dem Tag davor also bei der Generalprobe mitmachen und mir den ganzen Tanz danach zu Hause selber beibringen, was aber gar nicht so schwierig war, wie erwartet. Außerdem habe ich ein T-shirt mit Tiger und italienischer Aufschrift auf dem Rücken und eine Cap bekommen, was ich am nächsten Tag mit einer kurzen Hose anziehen sollte.
Am Freitag musste ich um sieben am Stadion sein und konnte demnach um kurz nach vier aufstehen, um rechtzeitig anzukommen. Dort angekommen musste ich mir dann leider die lange Hose meiner Schuluniform, die ich mir über die Kurze gezogen hatte, ausziehen, was bei 10 Grad doch recht kühl war. Mir wurde am Vortag gesagt, dass die ganze Schule bei der Eröffnungsfeier und somit auch unserem Tanz zuschauen würde und ich ihn deswegen gut einüben sollte, um mich nicht zu blamieren, aber das ganze war dann doch etwas anders. Die Lehrer, Eltern und alle die Lust hatten zuzusehen saßen auf der Tribüne während alle Schüler in ihren Klassen auf der Laufbahn aufgereiht standen und nacheinander ihre Shows (Lied, Tanz, etc.) vorgeführt haben. Als wir nach einer Stunde dran waren sind wir zuerst nach vorne marschiert und haben danach angefangen zu tanzen. Die Mädchen standen in der Mitte und hatten den deutlich schwereren Tanz, weil die Jungs die ganze Zeit nur daneben gehockt haben, bis sie am Ende den Tanz von Ppap getanzt haben (keine Sorge, falls jemand dieses Lied nicht kennen sollte hat er nicht wirklich viel verpasst.) Nachdem wir den Tanz vorgestellt hatten, mussten wir uns in die Mitte des Platzes stellen und eine weitere Stunde still dort stehen und warten, wobei mich die chinesische Disziplin wieder ein Mal überrascht hat, da wirklich keiner trotz der Kälte und Langeweile geredet oder sich bewegt hat. Am Ende der Eröffnungsfeier wurde die Nationalhymne gesungen während andächtig die Flagge gehisst wurde. Danach könnten dann alle auf die Tribüne, um viele weitere Vorführungen wie den Militärübungen und schließlich auch den anderen Schülern beim Wettlauf, Staffellauf, Weitwurf, usw. zuzusehen. Das ganze hat ungefähr acht weitere Stunden gedauert, da fast alle der 3000 Schüler an vielen Wettkämpfen teilnehmen wollten.

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Da in ungefähr einer Woche das Herbst-/Mondfest ist, haben wir "Mondkuchen" (yuebing月饼) gemacht, weil das dann immer gegessen wird. Mondkuchen haben eigentlich rein gar nichts mit richtigem Kuchen zu tun. Sie sind klein, rund und bestehen meistens aus einer Art Mürbeteig, der mit einer süßen Paste aus Bohnen oder ähnlichem gefüllt ist. In der Mitte ist ein gekochtes Eigelb, was den Mond darstellen soll, meiner Meinung nach den Geschmack aber eher verschlechtert, weil das Eigelb oft in einer Hühnerbrühe gekocht wird und das in Kombination mit dem süßen Rest eher gewöhnungsbedürftig schmeckt. Das Mondkuchenbacken war eine Aktion der Uni meiner Gastschwester, um Studenten aus dem Ausland und Chinesen näher zusammen zu bringen. Weil anscheinend kein Ausländer die Kuchen mit Eigelb mochte, haben wir dieses einfach weg gelassen und auch den Prozess des Backens übersprungen, indem wir einfach nur verschiedene Pasten benutzt haben und den richtigen Teig ganz weggelassen haben. Das hat dann auch echt nicht schlecht geschmeckt. Es war auch nicht sonderlich schwierig, weil man die Pasten einfach zu Kugeln rollen musste und diese dann in die richtige Form pressen musste. Insgesamt war es echt lustig, weil ich sofort am Anfang von 3 Chinesinnen gefragt wurde, ob ich mich zu ihnen setzten möchte. Es hat wirklich Spaß gemacht mit ihnen zu "backen" und am Ende hatten wir wirklich richtig schöne Ergebnisse, die dann in 1000 Fotos festgehalten wurden, bei denen ich wie eine Statur auf meinem Platz saß und der Platz neben mir immer von jemand anderem eingenommen wurde:)

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