Die nächste Woche passierte so gut wie gar nichts. Das Wochenende war unglaublich ruhig. Ich fuhr mit Tina und Amalia in einen Park und genoss die Zeit mit den beiden Süßen. Das war es dann aber auch schon.

Es folgte eine Woche … mit deutlich mehr Inhalt. Nachdem ich meine Reise nach Chile schon gebucht hatte (1.), war mein Visum (2.) an der Reihe. Am Freitag durfte ich dann auch endlich nach Quito fahren und verbrachte den ganzen Tag in einem stickigen Behördenzimmer. Es ist schon speziell hier und für den ordnungsliebenden Deutschen schwer zu ertragen. Die Visumsregeln werden scheinbar jedes Jahr fröhlich verändert. Die Hälfte der zuständigen Kollegen wissen dann davon und die andere Hälfte behauptet einfach felsenfest das, was sie zuletzt mitbekommen hatte. Ich war irgendwann einfach nur noch genervt und deprimiert, denn ich hatte nun so lang darauf gewartet und alles was man dann nach 4 Stunden zu hören bekommt ist: nö. Wie nö? Ja, nö, geht nicht. Ahhhhh, ja genau okay, dann nicht…

Nun ja, Ende des Liedes: ging dann irgendwie theoretisch doch und mit viel Diskussion und ein bisschen böse werden wurde dann mein Antrag immerhin bearbeitet. Genaueres weiß man noch nicht.
Nach dem Tag musste erstmal ein Falafel sein. Und dann später ausgehen mit der Tina..
Am Samstag war der Plan: Cotopaxi! Sportlich wie immer kamen wir vom feiern heim, machten Powernapping und stiefelten halbwegs pünktlich wenige Stunden später wieder am Bus an. Der Guide war ein anderer, aber Omar war auch da und begrüßte uns gleich freudestrahlend. Wir fuhren also los, aßen etwas zum Frühstück und erreichten schließlich den Park. Ich glaube, Tina war garnicht so begeistert. Ich hingegen war komplett überwältigt. Die Mischung aus Bergen und Nebel und unglaublich weiten halbtrockenen Feldern war so wahnsinnig schön und mystisch. Ich liebe diesen Ort.
Wir hatten kein tolles Wetter, es war alles komplett vernebelt, aber das hatte irgendwie auch etwas. Die Höhe war verdammt gut zu spüren und wir kamen trotz der eisigen Kälte alle ins schwitzen beim heraufsteigen. Aber ich fand Gefallen daran und lief den ganzen Hinweg fröhlich vorne weg. Oben am Refugio machten wir eine kurze Pause mit heißer Schokolade und dann ging es wieder hinab zum Auto, wo die Fahrräder schon auf uns warteten. Sehr zu meinem Leidwesen nahmen wir auf dem Rückweg einen anderen Weg als zuvor und dieser war zwar kürzer, weil gerade und nicht in Serpentinen, aber dafür versank man bis zum Knie in Pudersand. Tina und ich schlitterten den Weg also nur so vor uns hin und erstickten fast beim Lachen. Das klingt jetzt nach Spaß, ich muss aber mal ehrlich sagen: es ist super unangenehm lachen zu müssen und dabei das Gefühl zu haben nicht genug Luft in den Lungen zu haben. Wir haben es aber nach gefühlten Stunden dann doch wieder nach unten geschafft und danach kam dann das, was ich mir eigentlich total entspannt vorgestellt hatte. Eigentlich. Bergab zurück ins Tal mit dem Mountainbike. Himmel kann Fahrradfahren anspruchsvoll sein. Unsere Freunde hier hätten uns vermutlich gnadenlos ausgelacht, denn der Weg war nun wirklich nicht besonders steil. Dafür war es aber ein Schotterweg, auf dem man eigentlich durchgehend schlitterte. Da wir mich ja alle kennen und wissen, wie sehr ich so etwas liebe (ich sage nur: Sachsenwald), können wir uns auch ungefähr vorstellen, wie freudig ich zunächst mit den Füßen am Boden schleifend auf meinem Bike hing. Ich dachte mir nur: Respekt, Emma :D 1. dass du nicht direkt abgestiegen bist und 2. dass du dich bis jetzt noch nicht auf die Schnauze gelegt hast.
Nachdem ich ungefähr 5 Minuten gebraucht hatte, mich an das ungute Gefühl zu gewöhnen, kam dann wieder die ecuadorianische Emmi zum Vorschein und kurze Zeit später führte ich kurz hinter Tina ganz vorne die Gruppe an. So schnell kann’s gehen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich ein Mountainbike-Fan geworden bin, aber cool fand ich’s dann schon. Und eigentlich muss man ja auch nur schnell genug fahren, dann merkt man weder das Wegrutschen, noch die Schlaglöcher. Unten am Bus angekommen genossen wir noch kurz den Blick über weite Wiesen mit hunderten Wildpferden und dem verhangenen Vulkan im Hintergrund. Schon schön.
Wir fuhren zurück zum Frühstücksplätzchen und aßen zu Mittag. Danach ging es dann wieder nach Quito und von dort aus heim. Zuhause sprangen wir nur kurz unter die Dusche und schlüpften in neue Klamotten. Dann ging es wieder los nach Quito. Ein bisschen Spaß muss sein :D Einer der legendärsten Abende folgte. Und das muss was heißen. Aus Rücksicht auf alle Beteiligten spare ich Details hier aus, aber wir sind im Bungalow nun wohl bekannt, würde ich sagen. Und gern gesehene Gäste. Tina und ich haben es uns zur Mission gemacht, unseren Tanzstil langsam aber sicher anzupassen und eventuell irgendwann sogar mal richtig gut zu tanzen. Wir sind dem Ziel am Samstag glaub ich ein ganzes Stück näher gekommen. Tina, ich hab dich lieb!
Der Sonntag war dann entspannt. Wir machten fast nichts und dann kam ja auch schon Tinas Familie zurück.

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Donnerstag und Freitag verbrachte ich dann noch ein bisschen Zeit mit meiner Familie und erst Freitagabend machte ich mich auf den Weg zur Tina. Feiern natürlich. Bei Tina war niemand zuhause und somit wollten wir bei ihr übernachten, den Samstag gemeinsam herumlümmeln und am Sonntag hatten wir den Plan nach Quilotoa zu fahren. Ungefähr so verlief das ganze dann auch :D

Der Ausflug am Sonntag begann um 7 Uhr am Plaza Fosh. Tina und ich waren zwar todmüde aber dennoch gut genug drauf mit Freude festzustellen, dass wir ja eigentlich gleich hätten dort bleiben können, wo wir ja wenige Stunden zuvor an genau der gleichen Stelle gestanden hatten.
Das Chaos Team bestieg also den Bus voller Freude und blockierte die etwas erhöht gelegene Rückbank für sich. Von unserer Loge aus sollten wir tagsüber noch den ganzen Bus unterhalten. Sehr zur Freude der recht entspannten Reisetruppe.
Die Fahrt führte zunächst zu einem klassischen Markt, wo wir uns noch mit Obst und Brot eindecken sollten. Tina und Ich kamen mit Cola und Erdnüssen zurück :D Weiter ging es in Richtung Quilotoa und nach einiger Zeit und reichlich Geschichten von unserem Guide Omar erreichten wir dann das Ausflugsziel. Der nächste Programmpunkt war etwas außergewöhnlich: wir mussten ein wenig mitspielen bei einem Heiratsantrag in unserer Gruppe. Nachdem dann also voll romantisch mit Blick über den Kratersee Ja gesagt wurde, stiefelten wir runter zur Lagune. Der Abstieg an sich war nicht besonders spektakulär, aber man konnte sich schon so ungefähr vorstellen, wie der Weg dann in die andere Richtung wohl werden würde. Unten saßen wir eine ganze Weile still schweigend und ließen das beeindruckende blaue Nass auf uns wirken. Der Quilotoa sieht wirklich unbeschreiblich schön aus. Nachdem wir uns eine Zeit entspannt hatten und uns komplett mit weißem Sand eingesaut hatten, machten wir uns an den Aufstieg. Ja. Wir dachten ja, wir wären nicht ganz unsportlich und an die Höhe hätten wir uns auch schon gewöhnt… Aber Pustekuchen. Ähnlich wie bei unserem letzten Ausflug zum Ilalo mussten wir mit Verblüffung feststellen, wie irgendwelche dahergelaufenen Ecuadorianer an uns vorbeijoggten. Jaa, die joggen da hoch … Ähnlich wie alle unsere Freunde hier, die mal eben auf dem Cotopaxi laufen gehen. Ich meine, es war jetzt ehrlich keine riesige Herausforderung den Berg wieder hoch zu kommen. Aber die Tatsache, dass wir dann doch außer Atem und ein wenig geschafft oben ankamen und uns erstmal setzen mussten, während unsere freundlichen Joggerfreunde schon wieder fröhlich vor sich hin erzählen konnten, irritierte mich dann doch irgendwie. Nun gut, wir arbeiten dran :D
Nachdem wir also (wie so oft) Telefonnummern eingesammelt hatten, ging es mit der Gruppe weiter. Endlich mal was anständiges: Mittagessen! Traditionelles Essen und lustige Tischgespräche. Hier kommt übrigens meine Patagonien Idee für Neujahr her. Danach ging es auch schon auf den Heimweg, mit kurzem Stopp an einem typischen Haus von den traditionellen Landbewohnern. Da die Rede von ich weiß nicht wie vielen hundert Meerschweinchen auf etwa 4 Quadratmetern war, ließ ich mir das dann aber gern entgehen.
Nach dem schönen Tag hielt sich die Begeisterung wieder nachhaus zu fahren dann ehrlicherweise in Grenzen. Aber was muss, das muss.


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Nachdem Tina also wieder arbeiten musste, saß ich am Montag dann allein da. Was macht man nun mit einem freien Tag, allein, in einem fremden Land? Richtig: in den nächstbesten Bus steigen und die Stadt erkunden. Ich fühle mich immernoch bescheiden, aber beschloss dass zuhause sitzen auch nicht die Alternative war. Ich kam in Quito an und stieg allein schon aus Gewohnheit in die Ecovia, die zur Altstadt führt. In der Altstadt angekommen, wusste ich eigentlich immernoch nicht, was ich so wirklich machen wollte, schlenderte also einfach mal drauf los. Zu meinem Glück meldete sich ein Bekannter, der grad ähnlich orientierungslos wie ich durch Quito lief und wir trafen uns eine Weile später. Da ich bis dahin aufgrund von überraschenden Regenfällen bereits einmal komplett geduscht war, hielten wir uns vorzugsweise drinnen auf. Wir besuchten zwei Museen und eine der großen Kirchen in Quito. Das eine Museum zeigte die ganz uralte Kunst der Inkas, sprich hunderte Steinfigürchen und Schmuckstücke und so weiter. Das andere war an die Iglesia San Francisco angeschlossen und hatte dementsprechend einen sehr religiösen Hintergrund. Museen sind anstrengend, denn die Fachsprache verlangt dann doch einiges an Konzentration, aber es macht trotzdem Spaß. Nebenbei versuchte ich mein Spanisch im Gespräch ein wenig zu verbessern. Es musste so unglaublich anstrengend sein, sich mit mir zu unterhalten, denn jedes zweite Wort musste erst erfragt werden …

Da es spät geworden war, liefen wir gemeinsam zum Bus und warteten geschlagene 30 Minuten, bis wir entschieden eventuell einen anderen Bus zu nehmen, denn bei der Ecovia bewegte sich absolut garnichts.
Wir liefen also zum Trole Bus, der auch nach wenigen Minuten kam. Toll, wieder was Neues gemacht. Der Trole Bus kam zwar pünktlich, stand aber danach vermutlich ähnlich lang im Stau. Nachdem wir beide sämtliche unserer Tattoos begutachtet hatten, festgestellt hatten, wie wenig ich doch eigentlich von Ecuador kannte und ein bisschen stumm und müde in der Gegend rumgestanden hatten, waren wir dann endlich da und konnten auf den nächsten Bus warten. Ich muss sagen, ich fahre gern Bus in Quito, aber ich vermisse dann doch manchmal die Ubahn, die zwar auch mal 20 Minuten nicht kommt, aber dann doch immer schnell und zuverlässig fährt. Nach geschlagenen 90 Minuten saß ich dann also in meinem Bus nach Cumbaya.
Für den nächsten Tag hatte ich mir dann immerhin etwas vorgenommen: Ich wollte zum Panecillo. Die von den Ecuadorianern so verehrte Statue auf dem Hügel in der Altstadt ist zwar eigentlich nicht sonderlich schön, aber bietet doch einen schönen Ausblick über die Stadt. Da ich ja nun an einem Dienstag unterwegs war, war ich dort oben fast allein und genoss es einfach ungestört auf diese riesige, riesige Stadt glotzen zu können. Nachdem ich irgendwann wieder die Altstadt erreicht hatte, beschloss ich das Museo de la Ciudad zu besuchen. Das war ein wirklich schönes und spannendes Museum, das die Entwicklung Quitos zeigte. Auch hier verstand ich nur die Hälfte, aber immerhin :D

Nachdem ich noch einmal fröhlich durch die Stadt marschiert war, setzte ich mich wie immer in den Bus nach Cumbaya und verbrachte den Abend allein zuhaus.
Auch am Mittwoch fuhr ich nach Quito, es war ja mein letzter Tag allein. Ich schlenderte durch das Mariscal und noch einmal zum Markt und durch den großen Park um die Ecke. Ich kaufte ein bisschen Schmuck, ein wenig vermutlich Frustkauf, weil meine Freizeit ein Ende nahm. Den Abend verbrachte ich entspannt bei einem Freund und irgendwann in der Nacht fuhr ich nachhause, räumte noch ein wenig auf und machte mich dafür bereit, meine Familie wieder zu empfangen.


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Nachdem ich meinen Blog nun wieder zwei Wochen erfolgreich ignoriert habe, versuche ich nun mal zu rekonstruieren, was danach passierte. Für sämtliche Angaben gibt es jetzt leider keine Garantie mehr, denn es ist einfach so viel passiert, dass ich mittlerweile total durcheinander bin. Ich versuch es trotzdem halbwegs wahrheitsgemäß zu gestalten.

Die letzte Schulwoche vor den Herbstferien der Mädels verging irgendwie schnell und schwupps wollten wir auch schon in den Urlaub ans Meer fahren. Ja gut … Als ich dann am Samstag morgen aufwachte, fühlte ich mich allerdings mal wieder sagenhaft besch***eiden und in Anbetracht der 5stündigen Fahrt musste ich leider entscheiden, zuhause zu bleiben. Nachdem ich den ganzen Vormittag damit verbrachte, mich aufs Nicht-Spucken-Müssen zu konzentrieren, kam später am Abend Tina noch vorbei und wir schauten ganz gemütlich Filme. Am nächsten Tag wollte ich dann unbedingt auf den Mercado Artesenal in Quito, wo es das ganze Touri-Alpacca-Zeug zu kaufen gibt. Tina war dort zwar schon des öfteren, erklärte sich aber bereit, die kleine Emma zu begleiten. :D

Wir fuhren wie immer mit dem Bus nach Rio Coca und dann weiter ins Mariscal, wo wir erst eine Weile herumliefen und unsere abendlichen Begegnungen in dieser Ecke rekonstruierten.
An besagtem Touri-Markt angekommen wurde ich auch gleich belabert. Mit Erfolg. Alpaccadecke NR. 1 befand sich bereits nach weniger als 2 Minuten in meiner Tasche :D Wir liefen weiter und ich war ehrlicherweise überfordert. Das sind alles kleine 1-2 Quadratmeter große Stände vollgestopft bis unter die Decke, jeder hat alles und in hundertfacher Ausführung. In diesen Ständen stehen dann 1-3 Personen, die einen ununterbrochen vollquatschen und sich am liebsten gegenseitig die Augen auskratzen würden, wenn man etwas von einem anderen Stand kauft.
Dennoch konnte ich mich schließlich entscheiden .. für noch eine Alpaccadecke, eine Alpaccajacke und einen Schal. Toll die Dinger :D

Nachdem wir das also erledigt hatten und es dann auch doch schon spät geworden war, fuhren wir nachhause. Wir aßen noch etwas und dann ging für Tina wieder der Ernst des Alltags los.

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Das nächste Wochenende wurde ein spannenderes! Freitag ging es wie so oft feiern. Tina und ich können nun mit stolz behaupten, dass wir nicht nur jedes Mal in irgendwelchen VIP Lounges landen sondern mittlerweile auch beim DJ mit dem Clubbesitzer tanzen. :D Gut ihm gehört nicht der ganze Club, aber lustig war es trotzdem direkt im Mittelpunkt zu stehen.

Am Samstag sollte dann eine Freundin der Familie kommen, die ebenfalls für die Habitat in Quito war und wir beschlossen, einen Ausflug nach Mindo zu machen. Mindo liegt im Nebelwald und ist ein echtes Touristenhighlight. Man muss aber auch ehrlich sagen, zu recht! Wir fuhren mit dem Auto und erreichten Mindo gegen Nachmittag. Nachdem wir erstmal unseren Hunger stillen mussten, fuhren wir zu unserem Hotel für die Nacht, welches wirklich außergewöhnlich schön lag und einen traumhaften Ausblick bot. Nur erfuhren wir dann leider, dass die Reservierung aus welchem Grund auch immer nicht durchgegangen war und wir somit kein Zimmer für die Nacht hatten. Uns wurde dann aber angeboten, dass wir im Haus des Besitzers ein kleines bisschen weiter im Wald wohnen könnten. So funktioniert das hier. Wir erreichten also ein Haus mit gefühlt 100 Betten und einem kleinen Wohnzimmer. Es war natürlich nicht ganz so hübsch wie die Cabañas für Gäste, aber es war total in Ordnung für eine Nacht und wir hatten alle genug Platz. Wir schmissen uns also wieder ins Auto und fuhren zu einer kleinen Seilbahn, die einen über eine Schlucht zum Wandergebiet mit den Wasserfällen bringt,
Wir fuhren also zur anderen Seite und marschierten in den Urwald hinein. Wunderschön! Einfach nur Wunderschön! Ich habe selten so viel Natur auf einmal gesehen und wenn, dann war sie auf jeden Fall nicht so grün. Ein einziges grünes Meer.
Wir wanderten eine Weile durch die Pflanzenwelt bis wir unser Ziel erreichten: einen einsamen Wasserfall. Kein Mensch weit und breit, nur das Rauschen des eiskalten Wassers. Wir schmissen unsere Klamotten in die Ecke und kletterten mit Unterhose in den Wasserfall hinein. Nach der ersten Überwindung kam einem das eisige Wasser richtig warm vor und man fühlte förmlich, wie sich der Körper revitalisierte. Kurz bevor die letzte Gondel zur anderen Seite fuhr, zogen wir uns wieder an und kletterten den Weg zurück. Im Hotel angekommen genossen wir noch den schönen Pool und gingen dann zum Abendessen.

Wenngleich ich in der Nacht nicht besonders gut schlief (wir wissen ja, Insektengebrumme ist jetzt nicht so mein Ding), stand ich am nächsten morgen als erste auf und setzte mich auf die Veranda. Nachdem dann irgendwann alle wach waren, gingen wir frühstücken und später machten wir uns wieder auf den Weg zur Seilbahn. Wir liefen diesmal einen weiteren Weg zu einem anderen größeren Wasserfall. Nachdem wir schon fast umkehren wollten, weil der Weg sich zog und zog, erreichten wir ein unglaublich schönes Fleckchen mit einem verwunschenen, riesigen Wasserfall. Wir waren zunächst nicht allein, doch dann gingen die anderen Touristen bald und wir konnten ungestört im kalten Wasser liegen.


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Mich gibt es noch ... Ich bin nur viel zu beschäftigt mit Doras, das sich REALLIFE nennt ;) Aber hier kommt der Nachtrag für die vergangenen drei Wochen!

Nachdem ich also die ganze Woche im Bett verbracht hatte, war ich am Wochenende wieder halbwegs einsatzbereit.
Tina und ich hatten eigtenlich den Plan endlich mal aktiv zu werden und einen unserer ganzen zahlreichen Ausflugspläne umzusetzen. Pläne über Pläne … Wir schrieben also stundenlang hin und her und überlegten, was wir machen konnten und wollten. Problem war nur: wir wussten es nicht. Und nach stundenlangem nichtstun war es dann eben auch schon so spät, dass wir keine Wahl mehr hatten, weil die meisten Sachen schon viel früher hätten vorbereitet werden müssen.
Wir entschieden also uns bei Tina zu treffen und einfach ein bisschen zu quatschen und rumzudödeln. Taten wir dann auch und irgendwie war es auch ziemlich egal, dass wir nichts tolles machten, denn das Wichtigste ist halt einfach immer, dass wir zusammen sind. Am Abend waren wir auf den Geburtstag eines Bekannten in Quito eingeladen, zu dem wir auf jeden Fall kommen wollten, und so lange beschäftigten wir uns mit Haare machen und Chips.

In Quito trafen wir uns dann später in einer Bar, die zu unserem Erstaunen voll von Ausländern war. Kein Wunder, an unserem Tisch saß auch kein einziger echter Ecuadorianer. Es wurde ein sehr lustiger Abend, wenngleich ich (wegen der Medikamente) und Tina (aus Solidarität mir gegenüber) keinen Tropfen Alkohol tranken. Wir waren aber so gut drauf, dass wir ohne Probleme als vollkommen betrunken durchgegangen wären :D
Am Sonntag dann sah unser Plan vor, zumindest abends nach Quito zur Fiesta de la Luz zu fahren, was wir am Abend zuvor abgeblasen hatten, weil es auf dem Weg nach Quito angefangen hatte zu regnen. So trafen wir uns wieder bei Tina und fuhren von ihr aus in die Altstadt. Wunderschön war das. Fiesta de la Luz, das war ein Projekt für die Habitat III Konferenz hier in Quito. Ein riesiges Projekt, das durch die ganze Altstadt gezogen war und den zahlreichen Gästen aus der ganzen Welt ein besonders schönes Bild der Stadt liefern sollte. Ein einziges Menschenmeer tat sich vor uns auf, als wir die Altstadt erreichten und teilweise war es echt anstrengend, sich durch die Massen zu kämpfen. In Deutschland hätte das ganze so vermutlich nie stattfinden können, denn Fluchtwege gab es keine und so wirklich interessiert hat es auch niemanden, wie die Leute da hin und wieder weg kamen. Aber die belebte Altstadt mit all den bunten und musikalisch untermalten Installationen war ein echtes Highlight, unglaublich schön!
🌟


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Es ist echt spannend, wie man sich entwickelt und was man alles lernt, wenn man mal komplett aus seiner Komfortzone zuhause heraustritt und an einem anderen Ort bei 0 (oder vielleicht sogar bei -10) anfängt. Es macht Spaß und man sieht so unglaublich schnell Erfolge! Aber es ist ein Weg mit ganz, ganz viel Stolpersteinen. Manchmal sind es auch eher so riesige gebirgsartige Herausforderungen.

Ich lebe hier in einer anderen Familie, was an sich schon eine große Umstellung ist und oft ordentlich Mut und Feingefühl erfordert. Ich lebe aber auch in einer anderen Umwelt, was sowohl Natur als auch Soziales betrifft. Nicht nur die Höhe, die Tiere, die Pflanzen sind ungewohnt, sondern auch die Menschen um mich herum und ihr Lebensstil. Zusätzlich ist da dann noch die andere Sprache: das Spanisch, das ich mittlerweile gut verstehen kann, aber sprechen ist eben noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Auch die Arbeit als Au Pair ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Kinder sind spitze, ich liebe Kinder und zwar egal welche. Die sind alle toll. Aber Kinder sind ja eben so toll, weil sie noch so rohe und ungefilterte kleine Persönlichkeiten sind. Das ist manchmal total witzig. Manchmal ist das aber auch total sch***. Ungefiltert halt. Da kommen auch ganz viele Sprüche raus, die man überhaupt nicht hören möchte. Und in dem Kopf da spielt sich auch ganz viel Blödsinn ab, auf den man überhaupt keinen Bock hat. Das zählt aber nicht.
Das alles habe ich jede Minute aufs Neue zu meistern. Wer denkt, dass es immer einfach glatt läuft, der liegt hier eindeutig daneben. Es geht schon ein bisschen mehr schief als zuhause. Zumindest am Anfang. Das war mir natürlich bewusst, aber der Witz an Herausforderungen ist ja, dass man sie nicht vorhersehen kann und sie einfach aus dem Stehgreif meistern muss.
In den vergangenen sechs Wochen habe ich mir sicher hundertmal geschworen, den nächsten Flieger nachhause zu nehmen. Ungefähr genauso oft habe ich aber auch im Kopf schon die nächste Reise geplant und mich gefühlt wie die Königin der Welt, weil alles so schön war. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. In dieser Situation sind alle Gedanken und Gefühle so wahnsinnig intensiv, dass man sich tatsächlich immer wieder selbst überrascht.

Dazu gehört auch, dass manchmal so alles aus dem Ruder läuft, weil man einfach mal was ausprobiert oder vielleicht auch einfach noch ein doofer Anfänger in diesem Leben ist. Und dann sitzt man da und fragt sich; warum denn ausgerechnet hier und jetzt und in dieser sowieso schwierigen Situation? Aber wann denn sonst, wenn nicht hier und jetzt und in dieser intensiven Zeit?
Ich bin nun sechs Wochen unterwegs und habe so ziemlich jede Gefühlslage mehrfach durch. Und ich merke, wie ich langsam aber sicher daran wachse und neue Gelassenheit und vor allem neuen Mut finde, den ich vorher wirklich nie hatte. Und das allein zeigt mir, dass alle Schwierigkeiten eben dazugehören und total wichtig sind.


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Am Montag beschlich mich so leicht das Gefühl, dass mein Bauch mir etwas sagen wollte. Ich weiß nun nicht, wieso mir in den letzten Tagen dann ständig wieder das Wort „Bauchgefühl“ über den Weg lief, aber es war nunmal so und ich fand es unglaublich passend. Ich glaube ja eh daran, dass alles so seinen Sinn hat (Alles außer Mücken, die find ich einfach nur scheiße und sinnlos), aber wenn es nun Bauchweh sind, dann sind es eben sinnvolle Bauchweh.

Nunja am Montag hatte ich jedenfalls noch keine Bauchweh, ich hatte nur das Gefühl welche zu bekommen und allein deshalb fühlte ich mich mies. Außerdem hatte ich Kopfweh. Ich traf mich noch mit Tina, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte und wir beide beschlossen, dass wir auf jeden Fall nicht fit waren und lieber zuhause im Bett liegen sollten. Gesagt, getan, ich verbrachte den halben tag im Bett. Ina war von der Idee nicht sonderlich angetan und so verbrachte ich die andere Hälfte des Tages mit Trampolinspringen und Rumgerenne. Super, dachte ich mir dann, als ich abends mit noch mehr Kopfweh und Schüttelfrost auf dem Sofa saß. Ich beschloss ins Bett zu gehen, musste aber feststellen, dass Schlafen mit Schüttelfrost eine eher anstrengende Angelegenheit ist. Mir ging es echt mies, bis ich morgens um 4 h nochmal für zwei Stunden einschlief. Als ich dann um 6 Uhr wieder brav am Frühstückstisch saß, hatte ich wieder Bauchweh. Ich dachte mir aber einfach nichts weiter dabei und machte den Tag genauso weiter wie zuvor.
Als ich dann am Dienstagabend auf der Couch saß, wieder mit Kopfweh und Schüttelfrost, wurde mir irgendwie klar, dass das eventuell nicht die beste Technik war. Mein Bauchweh waren immer doller geworden und der Schüttelfrost war auch noch viel stärker als in der Nacht zuvor. Ich ging um 9 h ins Bett, aber konnte nicht schlafen. Ich fühlte mich einfach nur furchtbar. Je länger ich mich hin und her wälzte, desto mehr tat mein Rücken weh. Ja, bei genauerer Betrachtung hatte ich sogar ganz furchtbare Rückenschmerzen. Bei genauerer Betrachtung tat mir allerdings ehrlich gesagt auch einfach alles weh.

Ich überlegte ewig, woher meine Beschwerden wohl kamen, ob es Tinas Grippe war, Inas Magen-Darm-Infekt, Gelbfieber von einem meiner diversen Mückenstiche, Bandscheibenvorfälle… Mir fiel so einiges ein, nur was ich am liebsten haben wollte, wusste ich irgendwie nicht. Ich glaub, Tinas Grippe wär noch das geringste Übel gewesen.
Da ich nun also mit meiner Selbstdiagnose nicht weiterkam, wartete ich ab 00:30 h fröhlich ab, bis meine Familie aufwachen würde und ich endlich zum Arzt gehen könnte.

Als die Familie sich dann an ihrem ausnahmsweise freien Mittwoch aus den Federn schälte, fragte ich nach einem Arzttipp und bekam die Adresse genannt, die ich eigentlich selbst hätte kennen müssen. In meiner Uni gibt es auch eine medizinische Abteilung und diese medizinische Abteilung arbeitet mit einer Art Klinik zusammen, die direkt am Eingang meiner Uni liegt. Ja gut, hätt’ man drauf kommen können. Aber ich wusste ja nun nicht, dass die spontan nach dem First-come-First-serve-Prinzip verfahren und ich somit einfach nur hinfahren musste.
Ich fuhr also irgendwann am Vormittag zum Arzt, nachdem ich vergeblich versucht hatte mich einfach zu entspannen und abzuwarten. Auf dem Weg dorthin meldete sich Tina. Das Herzchen machte sich natürlich gleich auf den Weg und leistete mir Gesellschaft. War auch besser, weil ich nicht mal mehr Apellido und Nombre auseinanderhalten konnte und somit für leichte Verwirrung sorgte :D

Wir wurden also am Empfang aufgenommen und bekamen irgendwelche Anweisungen … die wir natürlich nicht verstanden. Ich wurde aber auch gleich unter dem mich leicht verwirrenden Namen Emma Marie aufgerufen und erstmal an ein Puls und Blutdruckgerät gehängt und dann auf die Wage gestellt (Bin ich froh, dass ich das Ergebnis nicht zu sehen bekommen habe :D ).
Danach sollten wir zur Kasse gehen und den Arztbesuch bezahlen: 27 Dollar.

Wir wurden hochgeschickt zum einzigen englischsprachigen Arzt in diesem Komplex. Ja gut. Englisch ist hier halt nicht so…
Nach einiger Wartezeit wurde ich dann wieder als Emma Marie (allerdings mit dem leicht verwirrten Nachtrag: Äh Charlotte Marie? Emma Charlotte?) aufgerufen. Albert Löwe, wie Tina ihn mit Begeisterung taufte - eigentlich hieß er Alberto León, begrüßte uns sehr freundlich und die erste Frage war: Seid ihr deutsch? Bin mir jetzt nicht sicher, wie er darauf kam :D
Darauf folgten dann ungefähr 38.628 weitere Fragen über meinen Gesundheitszustand, die ich mehr oder weniger ernsthaft beantwortete. Ich fing zwischenzeitlich unverschämterweise von mir aus an zu erzählen, was mir denn alles fehlte, aber das ging nicht! Ich wurde angewiesen nur noch auf die Fragen zu antworten. Hielt ich mich auch dran, aber die dummen Kommentare konnte er mir nicht verbieten. Dauerte auch nicht lange, da machte er mit. Ich glaube, er mochte uns. Wir mochten ihn jedenfalls. Nachdem er meinen Bauch abgetastet hatte, natürlich nicht ohne meine Tattoos zu kommentieren, schickte er mich zum Labor. Ich sollte eine Stuhlprobe abgeben. Nach weiteren 2 Stunden liefen Tina und ich mit dem Ergebnis wieder zur Tür von Alberto und klopften (wurde uns so aufgetragen). Ein freundlich grinsender Alberto streckte mir seinen Kopf entgegen mit den Worten: Hey, how’re you? I’m with a patient, sorry, could you wait a few more minutes? - Jupp! antworten Tina und Emma und setzen sich kichernd auf die Bank.
Kurze Zeit später werden wir ins Zimmer gebeten, nachdem wir natürlich schon selbst versucht hatten den Laborzettel zu erörtern. Alberto erklärte mir dann also, dass ich zwei aggressive Arten von Parasiten im Bauch hatte und diese gleich behandelt werden müssten. Ich hätte heulen können, aber da Tina neben mir saß, endete es eher in Gelächter. Ja, spitze, dann mal her mit den Drogen …
Alberto füllte mir freundlicherweise den Zettel auf Spanisch und auf Englisch aus und erklärte auch alles nochmal sehr genau, damit die dummen Gringos auch nicht an Parasiten verenden müssen.
Ich bekam zwei Parasitenmittel, Antibiotika, eine Kur für danach und Paracetamol. Ich fand’s spitze :D Speziell als ich von der Apothekerin eine Tüte in die Hand gedrückt bekam und so erahnen konnte, welche Massen von Pillen ich nun schlucken durfte. Alberto hatte mir noch extra aufgetragen, keine Milchprodukte, kein Fett, kein Zucker, kein Fastfood, kein Brokkoli … und vor allem kein Alkohol! Also garnicht. Auch kein Bier! :D Darüber musste ich lachen, denn ich hab so das Gefühl, wir Deutsche sind hier als Biertrinker bekannt.

Ich wurde von der lieben Tina noch nachhaus chauffiert und begab mich dann ins Bett. Mit den Medikamenten war die nächste Nacht schon deutlich besser auszuhalten, aber gut geht es mir noch immer nicht. Hat den Vorteil, dass ich sämtliche Madita und Pims, Michel, Pippi und Ferien auf Saltkrokan anschauen konnte. Wie in guten alten Zeiten, als Mami noch mit Zwieback und Salzstangen und ekelhafter Cola ohne Kohlensäure an mein Krankenbett kam.
Ja, das sind die Momente, in denen es einfach nur blöd ist, unterwegs zu sein. In denen einem die nächsten 9 Monate wie eine Ewigkeit vorkommen. In denen man sich nichts mehr wünscht, als sein eigenes Bett, die Mama, und Nieselregen in Hamburg. Aber das ist okay. Zum Glück gibt es Skype und zum Glück gehen auch Parasiten wieder weg.

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5. Wochenende

Samstag: Kindergeburtstag! Oh gott!
Nachdem die kleine Maus am Dienstag Geburtstag hatte, musste natürlich am Samstag ordentlich gefeiert werden. Schon seit Wochen wurde hier an der Deko gearbeitet und seit Tagen konnte das Geburtstagskind kaum von etwas anderem reden. Der Geburtstag sollte unter dem Motto „Meer“ stehen und alles musste passen. Nachdem ich am Freitag morgen bereits den Kuchen vorbereitet hatte, den ich mit der Kleinen abends schmückte, begannen wir das ganze Haus zu schmücken und vor allem das große Wohnzimmer erstrahlte schon bald in Blau und Grün. Samstag morgens waren wir alle schon früh auf den Beinen und bereiteten Würstchen in Krakenform und Käse in Haifischzahnform und vieles mehr vor. Um 11 h trudelten dann die Gäste ein und damit ging der Trubel los. Allein 16 Kinder aus dem Kindergarten sollten kommen und dazu dann noch einige Eltern und Geschwister. Wir versuchten alle Kinder zum Malen zu bewegen und danach ein kleines Lied einzuüben. Garnicht so leicht mit den Kleinen. Danach gab es eine Schatzsuche bei uns im Park. Dann wurden die hungrigen Mäuler gestopft und am Ende gab es noch Kuchen.
Ich sag nur so viel: es war laut :D Aber es hat Spaß gemacht.

Daraufhin brauchte ich aber am Sonntag erstmal eine dicke Packung Liebe und Entspannung. Mit anderen Worten: Tina.

Wir entschlossen uns, mal wieder nach Quito zu fahren. Wir wollten eine Doppeldeckerbus-Touristen-Tour machen, von der wir allerdings eigentlich nur wussten, dass sie in Quito stattfindet und an irgendeinem Park startet. Davon gibt’s in Quito ja fast gar keine :D
Wir beschlossen gleich mit dem Busfahren anzufangen und nahmen am Einkaufszentrum den Bus in Richtung Quito. Klappte wie geschmiert und kurze Zeit später standen wir irgendwo in Quito an einer riesigen Estacíon. Joa. Wir befragten dann einen der Securitymänner, wie wir denn nun zu den Doppeldeckerbussen kämen aber wurden weitergeschickt. Von dem nächsten netten Herren bekamen wir dann auch Auskunft … Nur leider hatten wir die wohl nicht richtig verstanden. Wir stiegen aber erstmal fröhlich in den von ihm benannten Bus ein und wollten dann mal gucken. Zunächst fragte ich noch leicht irritiert, ob wir denn keine Pasaje, also ein Ticket, bräuchten. Auch die von mir befragte Dame war daraufhin irritiert. Ich wusste dann später auch warum, denn die Tickets löst man hier wie in Paris, bevor man die Station betritt. Da waren wir aber durch die Frageaktion ganz geschickt dran vorbeigelaufen, denn wir hatten den anderen Eingang genommen. Wir fuhren also das erste Mal Bus in Quito. Und gleich schwarz. Super :D Der Bus setzte sich unsanft in Bewegung und das erste, was passierte, war, dass Tina in die Menschen hinter sich kippte. Merke: In Quitos Bussen immer schön festhalten.
Wir fuhren dann ein ganzes Stück und stiegen auf blöd einfach mal aus. Nach kurzer Inspektion entschieden wir, dass das wohl nicht richtig war und stiegen direkt in den nächsten Bus wieder ein. Wir fuhren dann nochmal eine ganze Ecke und an irgendeinem Park, den wir meinten zu erkennen, stiegen wir dann wieder aus. Nur um kurz darauf festzustellen, dass das irgendwie garkeinen Sinn machte. Wir wollten dann zum Parque Carolina. Wieso ist mir jetzt so im Nachhinein auch unklar, aber wir bildeten uns fest ein, dass die Busse auf jeden Fall dort starteten. Los ging’s also. Genau in die andere Richtung zurück. Ich hatte das Gefühl, wir würden gleich wieder an unserem Startpunkt stehen, da stiegen wir wieder aus und liefen nun zu Fuß weiter. Ich war das erste Mal am Parque Carolina und schon ein bisschen beeindruckt. Der Park ist riesengroß und voll mit Tennis-, Fußball-, Basketball-, Volleyball- und sonst was für Plätzen. Alle machen Sport oder grillen oder spielen. Das war ja nun aber nicht unser Ziel und so standen wir kurze Zeit später an einer Ecke und überlegten. Schönes Haus, murmelte ich. Mhm, sagte Tina, ich denk die ganze Zeit, das sieht so aus wie … Ja ich auch, fiel ich ihr ins Wort. Wir wussten genau wo wir waren und freuten uns unseres Lebens. Den genaues Hintergrund erläutere ich lieber nicht :D Jedenfalls fanden wir beide Quito in dieser Ecke erstmals schön!
Nunja, da wir Hunger hatten, liefen wir beide zu Subway, gaben die exakt gleiche Bestellung auf und genossen unser Sandwich und unser Leben.
Danach stiegen wir in ein Taxi und wollten uns eigentlich dorthin bringen lassen, wo nun nach der vierten Aussage angeblich wirklich die Busse fahren sollten. Der Taxifahrer zerstörte unseren Traum von einer Touri-Tour dann aber mit der Info, dass die Busse nur bis 3 h fuhren und wir somit zu spät dran waren .. Nun gut, also zurück zum Ausgangspunkt und ab nach Cumbaya.
In Cumbaya traf ich mich mit Mimi, die mir aus Deutschland Sachen mitgebracht hatte. Ich war so glücklich. So glücklich, dass Tina mich problemlos für Kino begeistern konnte. Wir schauten einen Tim Burton Film auf Spanisch und ich fand nicht nur den Film schön, sondern auch, dass ich alles gut verstand. Wie immer: obwohl eigentlich nichts funktionierte und auch nichts besonderes geschah, ein schöner Tag.

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Dieses Wochenende wollten Tina und ich uns dringend bewegen und auf jeden Fall gemeinsam etwas machen.
Irgendwas mit Picknick.

Wir entschieden den nahegelegenen Ilalo zu besteigen. Der Ilalo zählt mit seinen knapp 3.300 Metern zu den kleinen Bergen in der Umgebung und ist ein alter mittlerweile wohl ruhender Vulkan. Wir ließen uns mit dem Taxi am Anfang des offiziellen Aufstiegs absetzen und spazierten dann fröhlich drauf los.
Unsere Freude hielt sagenhafte 2 Minuten. Da standen wir dann schon das erste mal leicht schnaubend am Wegrand und schauten zurück. Dieser von unten so harmlos wirkende, pupskleine Berg war irgendwie anspruchsvoller als ich mir das vorgestellt hatte. Tina wirkte jetzt auch nicht so sonderlich begeistert. Nachdem wir ein bisschen über unsere jugendliche Sportlichkeit gewitzelt hatten und uns im Kopf ausgemalt hatten, was wohl Taxifahrer Luis dazu sagen würde, wenn wir ihn anrufen und bitten würde, uns doch lieber raufzufahren, stapften wir dann aber doch wieder weiter. Ich bin mir nicht abschließend sicher, aber ich denke unser Gesabbel und ständiges Gelächter taten ihr Übriges für unser Lungenvolumen :D
Wir hielten jedenfalls eigentlich immer im 10 Minutentakt an, um kurz durchzuatmen. Der Vorteil an dem steilen Aufstieg war aber, dass wir bereits nach sehr kurzer Zeit schon hoch genug waren, dass wir einen spitzenmäßigen Ausblick hatten.

Wir genossen die Sonne auf der Haut, die frische Luft fern ab von den Straßen und die gähnende Leere um uns herum und wurden eigentlich von Schritt zu Schritt glücklicher. Vermutlich auch, weil wir nach einer Woche „Einsamkeit“ ohne einander schon fast hysterisch vor Wiedersehensfreude waren.
Knappe 1 1/2 Stunden später stapften wir dann schließlich unsere letzten paar Schritte zum Gipfelkreuz und ließen uns vollkommen durchgeschwitzt und ziemlich angestrengt ins Gras fallen. Schön war’s hier!
Wir saßen und quatschten und stopften fleißig Chips und Schokocroissant in uns hinein.. Man muss das ja auch wieder reinholen.
Die ruhe hielt nun allerdings nicht so sonderlich lang. Wir saßen wohl keine Viertelstunde, da schauten wir uns gegenseitig irritiert an. Hinter uns raschelte es plötzlich total unvermittelt im Gebüsch. Hin und her gerissen zwischen schallendem Gelächter und panischem Flüchten, saßen wir dann beide einfach da, starrten irritiert das Gebüsch an und kicherten vor uns hin. Mein Vorschlag, dass das vielleicht der mit Stroh beladene Mann, der grad an uns vorbeigegangen war sein konnte, beruhigte Tina nicht wirklich. Welcher Mann? :D Wie man den wirklich einzigen Menschen in unserer Nähe einfach übersehen und überhören konnte, war mir nicht ganz klar, aber wir beschlossen, dass es bestimmt der Mann war und wir eben einfach fröhlich weiter Chips essen sollten.
Taten wir auch bis ein weiterer irritierter Blick folgte. Es roch verbrannt. Konnte daran liegen, dass direkt neben uns am Hang dunkle Rauchwolken aufstiegen. Tina stand auf und versuchte zu erspähen wo das Feuer herkam und vorallem, ob das so beabsichtigt war. Wir waren uns nicht abschließend sicher, aber gerade als wir wieder saßen, kam dann etwas ganz neues ins Spiel: es regnete. Für mich aus Hamburg jetzt kein Drama, aber so oben am Berg ohne befestigte Straßen und mit keiner Menschenseele in Sicht, fanden wir das jetzt gar nicht mal so prickelnd. Wir liefen also wieder los nach unten und obwohl auch das echt anstrengend war, kamen wir schnell voran. Es hatte nicht richtig begonnen zu regnen sondern mehr zu tröpfeln, sodass wir kurze Zeit später fast trocken wieder auf unser taxi warteten.
Wir ließen uns nach Cumbaya bringen, wo wir in einem kleinen süßen Cafe abstiegen und Kaffee tranken.
Danach fuhren wir ins Skala, wo wir eine Weile umherirrten, obwohl wir eigentlich garnichts brauchten.
Damit hatte es sich dann aber auch schon wieder an gemeinsamer Zeit und ich lief nachhause, während Tina mit ihrer Family auch wieder heimfuhr.
Am Sonntag entschieden wir dann aber auf ein Neues zusammen auf Tour zu gehen. Diesmal mit der Familie von Tina zum Oktoberfest in unserer Nähe. Eine leicht befremdliche Vorstellung am anderen Ende der Welt auf ein urdeutsches Volksfest zu gehen, aber es war ganz lustig. Sehr klein und am Sonntag nicht gut besucht, aber es ganz gutes Bier und Wurst mit Pommes … Was will man mehr :D
Danach fuhren wir zu Tina und nach einer kleinen Tanzsession mit der kleinen saßen Tina und ich irgendwann auf dem Bett und genossen einfach, dass wir da waren und uns hatten. Solche Mädelsabende sind das größte und ich hoffe, dass wir uns immer wieder Zeit dafür frei räumen können.

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