...im Leben vorfinde, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, das er im Leben besitzt, ist die Familie.

Ich habe mir in den letzten Tagen echt viele Gedanken um meine Familie gemacht. Ich bin so dankbar für all die Dinge die mir meine Eltern ermöglicht haben. Die Liebe die ich tagtäglich spüren konnte. Allein der Schritt nach Deutschland auszuwandern um ein besseres Leben zu haben bzw. meinem Bruder und mir ein besseres Leben zu ermöglichen ist unglaublich!!! Immer wieder muss ich daran denken, wie wichtig und kostbar die Familie ist. Es ist nicht immer einfach gewesen aber genau das hat uns noch mehr zusammen geschweißt.

Es sind genau diese Menschen die einem das Glück auf Erden wünschen, wo kein Neid aufkommt sondern man sich für den anderen freut. Und auch in schwierigen Lebenssituationen, sind es genau diese Menschen die einem den Rücken stärken, die einem Mut zu sprechen und einen lieben so wie man ist.. Ich bin so unglaublich dankbar dafür. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als mein Bruder im Koma lag und wir jeden Tag zu ihm ins Krankenhaus gefahren sind und an seinem Bett saßen. Es hieß, er würde es nicht schaffen. Papa saß verzweifelt da und sagte nur "Gott, nimm meine Kraft und gib sie meinem Sohn. Er soll leben, nimm mich. Er ist noch so jung". Ich kriege ja schon Tränen wenn ich nur darüber schreibe. Wie stark kann Liebe sein? Wie stark kann die Liebe zu den eigenen Kindern sein oder umgekehrt zu den eigenen Eltern? Zu dem Ehemann bzw. Ehefrau? Alles würde ich für meine Familie geben. Als es Thomas, also meinem Bruder dann doch besser ging - ein Glück und er im Wachkoma lag und danach in die Reha musste, war es Papa der sich tagtäglich um ihn gekümmert hatte. Er nahm sich ein Jahr frei von der Arbeit und beschäftigte sich nur mit Thomas. All seine Kraft steckte er in seinen Sohn. Und es hat sich gelohnt, aus dem "halbseitig gelehnt sein" wurde selbstständiges gehen und viele andere Fortschritte. Die Krankenschwestern oder Therapeuten - na klar, beschäftigen die sich mit einem. Aber nicht genauso effektiv wie die Familie. Diese machen ihren Job und dann war's das auch.. Es ist erschreckend, wenn man z.B. in eine Rhea fährt und sieht wie die Leute in den Rollstuhl gesetzt werden und einfach auf dem Flur stehen. Die Hände werden eingepackt sodass man die Schläuche nicht raus ziehen kann und dann sitzen sie da. Grausam! Einfach schrecklich.

Trotzdem gibt es auch heute noch Konflikte und gerade da heißt es das man als Familie zusammen hält, das man füreinander gekämpft und sich einsetzt. Vor allem Menschen, die in deren Familie oder anderweitig mit solchen Dingen nicht konfrontiert wurden und keinen Kontakt zu behinderten Menschen hatten, wissen gar nicht damit umzugehen. Oder die Dreistigkeit mancher Menschen, sich aufzuspielen und zu meinen sich in Dinge anderer Leute einzumischen. Als ich mal mit meinem Bruder zum Geschäft wollte und ich auf den Behindertenplatz fuhr, stellt sich eine Frau dreist auf den Parkplatz sodass ich halb drauf stand aber nicht weiter vorfahren konnte. Ich holte den Behindertenausweis raus und legte ihn unter die Frontscheibe sodass sie hoffentlich verstand, dass ich hier parken darf. Sie brummelte irgendetwas vor sich hin, also stieg ich aus und fragte was ihr Problem sei. Wollte sie den Parkplatz reservieren in dem sie sich drauf stellte? Wollte sie mich nicht drauf parken lassen? Who knows? Jedenfalls, geht mein Temperament dann durch und durch. Gerade solche "Kleinigkeiten" regen mich dann besonders auf, weil man immer wieder auf Leute trifft die sich in Dinge anderer einmischen. Mal eine ganz ähnliche Situation. Da hatte der Herr nicht mal geschaut ob vorne der Behindertenausweis liegt stattdessen ging er gleich auf mich los, warum ich auf dem Behindertenparkplatz stehe etc. Ich meinte auch nur sind Sie vom Ordnungsamt oder warum bilden Sie sich ein mir zu erzählen wo ich stehen darf und wo nicht. Und das nächste Mal schauen Sie vorne erst ob was im Auto liegt bevor Sie mich so angehen. Schönen Tag noch. Oder als ich mein Auto waschen fuhr. Thomas stand draußen und schaute zu während ich innen staubsaugte und meine Augen waren dementsprechend nicht die ganze Zeit bei ihm. Plötzlich steht ein Mann vor Thomas und meint "Hast du ein Problem ?". Ich meine, Thomas hat kein Wort gesagt, er stand 3 m vom Auto entfernt und trotzdem kommt es zu solchen Konflikten. Älter wird man von allein - Erwachsen nicht immer wie man sieht. Aber auch da, steht man für seine Familie und holt manche Menschen wieder zurück auf den Boden der Realität.

Achjaa.. ich könnte tausende Storys rauskramen. Auch bei der Krankenkasse oder diversen Behörden, stattdessen geholfen wird und geschaut wird was man am besten macht wird überhaupt nicht drauf eingegangen. Welchen Förderungen gibt es? Austattungen für Behinderte? Und und und... Vorallem als mein Bruder dann plötzlich behindert war. Ich meine, wir waren mit der Situation schon überfordert genug und dann sollte man noch für alles andere kämpfen. Da helfen dann nicht die Mitarbeiter bei der Krankenkasse oder ähnliches sondern die selbstständige Internetrecherche ;-) Und zusätzlich wird ein Widerspruch nach der anderen aufgrund der Absagen geschrieben.

Willkommen in der Realität. Kämpfen, kämpfen, kämpfen.. das ist genau das was ich gelernt habe.

Steh zu deinen Wünschen, äußere deine Gedanken bzw. deine Meinung, äußere Anregungen aber auch deine Kritik und halt nicht Still. Lass dich nicht runterdrücken von irgendwelchen Menschen, die meinen was besseres zu sein oder über dich Entscheiden zu können. Gut, dass man eine Familie hat die einen stärkt und beim kämpfen hilft ;-) Ein Lachen im Gesicht meiner Mutter, meines Vaters, meines Bruders ist mein Sieg.

Die LIEBE ist der Sinn des Lebens. Irgendwann finden wir alle den passenden Deckel. Und dann ist es egal, welche Haarfarbe er hat, welche Augenfarbe, wie groß er ist, wie alt er ist. Allein diese Liebe erfüllt ein Leben. Ich habe nicht viel, aber was ich habe ist ein wahnsinnig großes Herz, wahnsinnig viel Gefühl. Und irgendwann wird die Zeit kommen wo ich meine eigene Familie haben werde :-))))))

Egal wie das Leben ist, egal wie weh es tut, egal was du verlierst, egal was passiert, du wirst es überwinden. Es wird wehtun, doch du wirst immer irgendwann schlechte Erfahrungen habe, es wird immer weiter gehen. Aber eins darfst du nie vergessen! Es gibt Menschen, die dich lieben. Es gibt Menschen, denen du etwas bedeutest, die dich nicht verlieren wollen. Also lebe, liebe, verzeihe, kämpfe aber gib niemals auf!

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Das ich die Westküste bereisen würde, dass stand für mich schon lange fest. Dadurch das ich wusste, dass ich vom 1.7-16.7 frei hatte, wollte ich genau in diesem Zeitraum los. In Facebook gibt es einige Backpacker Gruppen sowie Au Pair Gruppen, wo ich einen Eintrag hinterlassen hatte. Ich suchte nach einem "Travelbuddy" für die Westküste. Ich wollte definitiv nicht so viele Kilometer alleine fahren. Hinzu kam das ich so meine Erlebnisse mit jemanden teilen konnte. Weiterer positiver Aspekt ist, dass man die Kosten wie z.B. Sprit, Lebensmittel etc. teilen kann. Nach dem Eintrag in Facebook hatte ich echt viele Nachrichten. Ich hatte bewusst geschrieben, dass ich die Person mit der ich die Reise starten wollen würde auch gerne vorher einmal treffen möchte. Denn wer weiß ob wir auch die selben Vorstellungen haben und wir uns auch gut unterhalten können. So kam es dann dazu, dass ich Antonia getroffen habe. Das erste Treffen und es passte einfach. Wir trafen uns in Perth auf einen Kaffee und haben uns wirklich gut unterhalten können. Wir hatten ziemlich ähnliche Vorstellungen von der Reise. Und nach dem Treffen stand für uns fest, wir reisen zusammen. Jedenfalls war das dann schon mal abgehakt. Travelbuddy gefunden!

Nach und nach fingen wir dann mit der Planung an.

>genaue Reiseroute

>Einkaufsliste

>Auto checken lassen

>Tankstellen raussuchen

>Tour/en buchen

Vorab haben wir die Whale Shark Tour gebucht (400$ p.P.). Unterkünfte haben wir nur für die Touristenorte gebucht wo wirklich klar war, dass dort viele Menschen sein werden und es schwierig werden könnte spontan einen Campingplatz zu bekommen.

x Monkey Mia Resort (2 Nächte)

x Coral Bay (3 Nächte)

x Exmouth (2 Nächte)

Schließlich ging es dann am 01.07. um 5 Uhr los. Unser erster Stop war Geraldton. Dort angekommen tankten wir unser Auto voll und kauften uns einen Kaffee und saßen für ca. 20 min am Strand bis wir dann wieder aufbrachen. Ca. 60km vor Denham ging plötzlich im Auto eine Leuchte an. Die Batterie Leute blinkte plötzlich orange. Es war wirklich nicht mehr weit bis nach Denham und schließlich waren wie irgendwo im nirgendwo - wir entschlossen also nicht anzuhalten. Ja, es ist total bescheuert denn normalerweise sollte man bei sowas sofort anhalten und checken was mit dem Auto los ist. In Australien kann eine Straße aber eben mal so 300 km geradeaus führen ohne einen Parkplatz oder eine Raststätte - gerade da möchte man nicht einfach liegen bleiben. Aber genau das passierte! Das Auto ging während der Fahrt aus. Ich lies das Auto ausrollen teils auf der Straße und teils auf dem Weg. Als wir dann standen versuchte ich das Auto zu starten was leider erfolglos war. Nichts funktionierte. Auch unser Handy hatte kein Empfang. Ja, was tut man in solch einer Situation? Aus dem Auto raus und den Autos zu winken die nun auf uns zukamen und hoffen, dass diese anhalten und uns helfen können. Ein Glück, dass gleich das erste Auto anhielt. Ich muss sagen, ich hatte tatsächlich Freudentränen. Denn ich kam mir in dieser Situation so hilflos vor. Wir konnten uns selbst einfach nicht helfen. Zwei Männer saßen in dem Auto. Wir erklärten kurz was passiert ist. Die Männer schoben das Auto von dem Highway weg und dann versuchten wir es nun mit einem Überbrückungskabel zu starten. Leider ohne Erfolg. Schließlich fragte ich den Mann, ob er denn Empfang auf dem Handy habe. Zum Glück! Ich rief Chris an, erklärte was passiert ist und Chris sagte sofort er wüsste was mit dem Auto sein könnte und er würde sich sofort auf dem Weg zu uns machen. Aber was hieß eigentlich auf dem Weg machen? Wir waren ca. 650 km von Perth entfernt. Und es war ca. 13 Uhr als ich ihn anrief. Aber hey, Rettung in Sicht! Antonia lies ein Buch, ich jedoch fand innerlich keine Ruhe. Alles mögliche malte ich mir im Kopf aus. Vielleicht würde Chris kommen und das Auto reparieren. Oder vielleicht würde er uns abschleppen und die Reise wäre damit beendet bevor sie erst so richtig angefangen hätte. Es war also eine 50/50 Chance. Was würde als nächstes passieren? Die Zeit verging einfach nicht. Ich versuchte zu schlafen was aber einfach nicht möglich war. Stattdessen drehte ich mich von einer Seite auf die andere Seite. Gegen 18 Uhr wurde es dann auch schon dunkel und wir standen immer noch max. 3m von dem Highway entfernt. Die Trucks rasten an uns vorbei und immer wieder fühlte man den Windstoß. Es war einfach so schrecklich. Immer öfter hatte ich das Gefühl die Autos die an uns vorbei kamen wurden langsamer und eventuell würde es Chris sein der uns gleich helfen würde. Schließlich war es um 22 Uhr dann soweit. Wir schrien vor Freude als dann endlich jemand bei uns anhielt. Chris und seine Frau Tash kamen. Tash drückte mich ganz fest, und fragte ob alles in Ordnung sei. Ich war so unfassbar glücklich das die beiden da waren. Diese Hilfsbereitschaft machte mich so unfassbar glücklich - so tolle Menschen kennengelernt zu haben. Chris schaute sich dann das Problem an, tauschte die Batterie im Auto und fuhr dann mit dem Auto bis zur nächsten Raststätte. Diese war glücklicherweise nicht mehr so weit weg. Eine Nacht blieben wir dort sodass Chris das Auto am nächsten morgen nochmal sorgfältig checken konnte. Am nächsten Tag wurde alles schnell aber sorgfältig am Fahrzeug behoben. Zum Glück konnten Antonia und ich die Reise dann fortsetzen. Dieses unbeschreibliche Gefühl als das Auto endlich wieder ansprang und wir losfahren konnten!!! Nächster Stop war dann Hamelin Pool. Ein wirklich schöner Ort. Danach ging es nach Sheel Beach (kompletter Strand aus Muscheln), Shark Bay, Monkey Mia, Francois Peron Nationalpark. Den Nationalpark hatten wir für unseren Trip eigentlich nicht eingeplant, da man dort nur mit einem 4WD durchfahren kann. Da wir jedoch in dem Monkey Mia Resort zwei Mädels aus Deutschland und zwei Männer aus Venedig kennengelernt hatten, die einen 4WD hatten und auch noch zwei Plätze im Auto frei hatten wurden wir in den Park mitgenommen. Es hat echt Spaß gemacht durch den Park zu fahren. Die Ausblicke dort waren wirklich überwältigend. Teilweise sind wir im Sand stecken geblieben obwohl wir mit einem 4WD unterwegs waren. Zum anderen sind wir ca. 3 mal einem Unfall entkommen weil unser entspannter italienischer Fahrer dachte er grüßt mal die entgegenkommenden Fahrzeuge und dabei das Lenkrad außer Kontrolle geriet und wir senkrecht im Busch standen. Zum anderen wurden wir im Monkey Mia Resort auch des öfteren von Emus attackiert. Wobei das durch den Anblick der Delfine am Strand schnell in Vergessenheit geraten ist. Am 4.7 ging es dann morgens in Richtung Coral Bay. Ein absoluter Touristenort aber unglaublich schön. Coral Bay ist bekannt aufgrund des "Ningaloo Reef" welches direkt vom Strand zugänglich ist. Die Unterwasserwelt hier zu erleben ist wirklich etwas ganz besonders. Denn diese Tiere hatte ich bzw. wir zuvor noch nie gesehen -Stachelrochen, Wasserschlangen. In Coral Bay konnten wir so richtig abschalten und entspannen. Nun ging es für uns in den Nationalpark. Am 8.7 morgens um 8 Uhr fuhren wir in Richtung Karijini Nationalpark. Da wir ein Gas Auto haben, mussten wir immer Ausschau nach einer geeigneten Tankstelle halten. Denn wie bereits erwähnt, führt eine Straße hier auch mal 300 km geradeaus ohne eine Tankstelle. In Nanutarra haben wir das Auto voll getankt (unglaublich teuer 1,69$ pro Liter für Gas, als Vergleich in Perth kostet es durchschnittlich 0,80$). In Tom Price hatten wir eigentlich nochmal vor zu tanken bevor wir in den Karijini Nationlapark reinfahren wollten. Letztendlich gab es dort jedoch keine Gas Tankstelle. Somit blieb uns nichts anderes übrig als mit einem sehr knappen Tank in den Park zu fahren. Wir hatten ausgerechnet, dass wie nur ca. 50 km im Nationalpark selbst fahren können, da wir ja für den Rückweg nach Nanutarra 400km einplanen müssen. Jedenfalls verbrachten wir die erste Nacht dann auf einem kostenlosen Campingplatz im Nationalpark. Am nächsten morgen wollten wir uns dann den Nationalpark anschauen. Dabei muss man echt sagen, dass dieser Park enorm groß ist - das hatten wir unterschätzt. Somit war klar, dass die 50 km die wir für den Park haben - damit würden wir nicht weit kommen. Wir sprachen also einfach Leute an und fragten was deren Plan für heute den so sei. Unser Ziel war es Leute zu finden die noch zwei Plätze frei hatten im Auto und diese bei dem Trip zu begleiten. Natürlich hätte man die Spritkosten geteilt sodass jeder was davon gehabt hätte. Wobei man echt sagen muss, dass dies unsere einzigste Möglichkeit war. Beim ganzen gequatschte trafen wir auf einen Familienvater, welcher erzählte es würde tatsächlich in der Nähe eine Tankstelle geben welche auch Gas anbietet. Wir machten uns auf den Weg dahin. Ziel war dann Munjina. Als wir dort ankamen sahen wir dann, dass es dort kein Gas gibt. Somit sind wir rein und fragten ob es in der Nähe eine andere Tankstelle gibt mit Autogas. Die Angestellten schauten uns ratlos an und dann kam ein Mann aus dem Büro. Wahrscheinlich der Chef, er wirkte schon total unsympathisch und was er dann von sich gab bestätigte meine Vermutung auch nur. Er meinte, wie kann man denn mit einem LPG Auto die Westküste hochfahren. Und als Antonia dann nett fragte, ob er wüsste wo es eine Gastankstelle gibt kam dann nur sowas wie "Oh Jesus". Schließlich ging er ins Büro kam dann nach 1 min zurück, drückte Antonia einen Zettel in die Hand ohne ein Wort zu sagen. Darauf stand nur eine Rufnummer und ein Ort und das unleserlich. Wir fragten wo das genau ist und ob wir eventuell das Telefon benutzen dürfen. Denn wir wollten wirklich sicher stellen, dass es dort Gas geben würde. Die Dame die dort ans Telefon ging war total zuvorkommend. Und es war ein Roadhouse welches wir angerufen hatten. Sie checkte es im Internet und gab uns die Daten somit ging für uns die ganze Strecke von Munjina zurück in Richtung Karijini und dann nach Capricorn. Ende vom Lied - Tank voll; Antonia und Laura wieder glücklich und auf dem Weg zum Karijini Nationalpark. Gegen 16 Uhr kamen wir im Park an und schauten uns die ersten Plätze an. Unsere Laune war zum Glück nicht mehr am Tiefpunkt. Wir waren in einem "Pool" - umringen von Felsen und einem Wasserfall. Über uns viele Vögel die zwitscherten und dieser Moment dort war einfach so besonders schön! Nach ca. 1 Stunde ging es 300 Stufen hoch, zurück zu unserem Auto. Wir zogen uns schnell um und fuhren zum Campingplatz. Selbst Stunden später als wir im Schlafsack lagen war es noch so eisig kalt. Hände und Füße waren Eiszapfen. Da wünscht man sich dann den richtigen Partner zum kuscheln und wärmen. Am nächsten morgen fuhren wir zu einem anderen Ort in dem Nationalpark. Nach Ca. 1 1/2 Stunden kamen wir dort an und lernten auch gleich schon neue Leute kennen. Drei Männer die während des Studiums in Australien waren und ein Mädchen aus der Slovakai. Total sympathische Leute sodass wir die Tour durch den Park doch einfach zusammen machten. Ich war total froh, dass wir die Leute kennengelernt hatten den die Tour war nicht ganz ungefährlich. Im Spiderwalk ging es durch den Park und immer wieder brauchte man doch noch eine weitere Hand als Stütze, sodass die Jungs uns echt geholfen haben. Zurück bei unserem Auto war dann auch schon die nächste Überraschung! Der hintere Reifen auf der Fahrerseite war platt. Und nein! Weder Antonia noch ich hatten vorher Reifen gewechselt. Aber auch hier gut, dass man so hilfsbereite Männer kennengelernt hatte. Zack, war der Ersatzreifen montiert. Wir tauschten noch kurz unsere Kontaktdaten aus und für uns ging die Reise dann mit dem Ersatzreifen in Richtung nächstgelegenste Stadt - Tom Price. Dort angekommen suchten wir eine Werkstatt, vielleicht würde man dort den Reifen reparieren können. Die eine Hand am Lenkrad, mit der anderen aß ich noch meinen Donut auf. Der Mechaniker in der Werkstatt sichtet uns uns zeigte mir dann auch schon wo ich parken soll. Essen und Auto fahren war dann aber nicht so einfach für mich, sodass erstmal schön die Füllung des Donuts auf mein Shirt runter lief. Ich stieg aus dem Auto und strich mit dem Finger die Füllung vom Shirt ab und lekte meinen Finger ab. Das erste was der Mechaniker von sich gab als er mich dann ansah war "sexy". Es war so witzig, weil das einfach so perfekt passte was er von sich gab. Er war genau so, wie man sich einen "richtigen" Mechaniker vorstellt. Es fehlte nur noch ein Bier und ein Frauenposter an der Wand. Nächster Stop für uns war dann Exmouth! Dort angekommen nahmen wir uns dann einen Campingplatz und genossen nach 4 Tagen die erste Dusche (!!!). Unglaublich aber wahr, haha. Danach ging es zum Strand. Absolutes Highlight des Roadtrips. Die Strände in Exmouth sind einfach traumhaft! Türkisfarbenes Meer, weißer Sand und einfach perfekt zum Schnorcheln. Das Ningallo Reef erstreckt sich bis nach Exmouth sodass wir auch dort viel geschnorchelt sind. Vor allem der Strand Oyster Stacks bietet eine unglaubliche Unterwasserwelt. Diese war hier noch viel schöner als in Coral Bay. Wir genossen unsere letzten Tage am Strand, denn das Wetter war oben an der Westküste besonders gut (im Vergleich zu Perth 10-15 Grad wärmer). Für den 15.7 hatten wir die Wall Haien Tour gebucht sodass wir um 7.30 Uhr vom Campingplatz abgeholt wurden. Auf dem Boot angekommen war der Wellengang ziemlich heftig, da ich bisher nie Probleme mit Seekrankheit hatte bin ich erst gar nicht auf die Idee gekommen eine Tablette zu mir zu nehmen. Was ein fataler Fehler war! Schon nach wenigen Minuten auf dem Meer hing ich über der Reling und fütterte die Fische. Und es war kein Ende in Sicht - immer wieder musste ich mich Erbrechen. Ich konnte es nicht glauben und verstehen, so oft war ich bereits auf offenem Meer mit dem Boot zum Schnorcheln oder Schwimmen und nie ging es mir nur ein wenig schlecht. Und die Tour hatte gerade erst begonnen - wir würden noch den ganzen Tag auf dem Schiff verbringen. Ich spürte meinen ganzen Körper zittern. Ich hatte das Gefühl wenn ich aufstehen würde, würde ich zusammen klappen. Als es dann irgendwann hieß all die Leute die später mit den Haien schwimmen wollen würden, müssten jetzt ins Wasser. Denn die Guides wollten die Szene einmal durchspielen. Und wer jetzt nicht ins Wasser gehen würde, der würde nicht mit den Haien schwimmen. Ich nahm all meine Kraft zusammen, zitterte am ganzen Körper und sprang einfach ins Wasser. Im Meer fühlte ich mich wesentlich besser jedoch ging es dann nach wenigen Minuten zurück aufs Boot. Wo dann alles von vorne los ging. Nun war es so weit, die Helikopter hatten die Wall Haie ausfindig gemacht. Es würde dort auch keine bösartigen Haie geben sodass wir uns bereit machen mussten. Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf. Ich fühlte mich so schwach, schlapp und einfach total zerbrechlich. Aber ich musste jetzt über meinen Schatten springen. Ich sagte dem Guide, er solle bitte ein Auge auf mich haben und dann sprang ich ins Meer. Es war so beeindruckend - alles war blau man sah keinen einzigen Fisch und plötzlich schwamm dieser Hai an mir entlang und ich ihm hinterher. Ich war so perplex. Da der Hai jedoch sehr schnell schwimmt kamen nicht alle hinterher sodass wir wieder zurück zum Boot mussten. Der Helikopter machte den Hai wieder ausfindig und für uns an Board hieß es wieder ins Wasser bei "Go" des Guids. Mir war immer noch kotzübel schließlich kam wieder alles hoch und ich bin gar nicht nochmal ins Wasser gesprungen. Stattdessen hing mein Kopf über der Reling. Zugleich war ich glücklich, dass ich wenigstens einmal mit dem Hai im Wasser war aber auf der anderen Seite ging es mir so schlecht, dass ich nur noch gewartet habe bis es zurück an Land gehen würde. Auf dem Boot gab es dann Mittagessen. Mir war überhaupt nicht danach, ich konnte es weder sehen noch riechen. Ich saß die ganze Zeit am Rande des Bootes bereit meinen Kopf wieder über die Reling zu halten. Schließlich bin ich dann eingeschlafen ca. 1 Stunde später war ich wieder wach, wo es mir dann auch schon besser ging. Eine nette Frau auf dem Schiff gab mir auch gleich Wasser und erkundigte sich ob es mir auch schon besser gehen würde. Auch hier kann man echt nur erwähnen, wie hilfsbereit die Leute hier sind. Ich kann mir bis heute nicht erklären wieso es mir so schlecht ging. Ich hatte nichts anders gemacht als sonst und trotzdem ging es mir so schlecht wie lange nicht mehr. Abends haben wir uns dann auch schon auf dem Weg Nachhause gemacht, da ich am Montag auch wieder arbeiten musste. 1300 km lagen vor uns und das nächste Problem. Das letzte mal hatten wir in Exmouth getankt und das sollte eigentlich bis nach Generlton reichen. Tja. Pustekuchen. Die Anzeige im Auto veränderte sich stetig und es war klar bis nach Generlton würden wir es nicht schaffen. Alle Tankstellen auf dem Weg klapperten wir ab aber es gab leider kein LPG. Also fuhren wirklich mit komplett leerem Tank bis Northempton, wo wir mit letzter Kraft und 0km Reichweite ankamen.


Zusammenfassend kann man sagen, dass wir einige Momente hatten in denen wir wirklich verzweifelt waren und die Nerven blank lagen aber zum Glück hat sich alles zum Guten gewendet und wir hatten eine unglaublich schöne abenteuerliche Zeit.



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Mein Wunsch für einen längeren Zeitraum ins Ausland zu gehen war schon immer da. Als ich jünger war habe ich oft davon geträumt, aber ich hatte weder die finanziellen Mittel noch den Mut dazu. Meine Eltern nach Hilfe zu fragen - das kam für mich nicht infrage. Zusätzlich kam immer eins zum anderen. Ich hatte eigentlich nie die Möglichkeit meinen Traum wahr werden zu lassen. Nach der 12. Klasse habe ich im Anschluss sofort meine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht. Anfang des Jahres 2015 wusste ich dann schon, dass ich nach der Ausbildung bei einem anderem Unternehmen als Vertriebsmitarbeiterin anfangen werde. Und dort war ich dann auch bis kurz vor meiner Reise nach Australien beschäftigt. Während der 1 1/2 Jahre in dem Unternehmen habe ich oft mit dem Gedanken gespielt mir eine eigene Wohnung zu nehmen und von zuhause auszuziehen. Ich hab mein eigenes Geld verdient, konnte viel reisen, sparen, mir meine Wünsche erfüllen etc. Im Prinzip hätte ich nur noch den richtigen Partner finden müssen - alles andere war bereits perfekt. In dem Unternehmen, in dem ich beschäftigt war, war ich auch immer glücklich. Ich hatte Kollegen die zu Freunden wurden. Wir hatten täglich Spaß bei der Arbeit aber ich hatte immer noch meinen Wunsch, der bisher nicht wahr geworden ist. Und ich wusste, dass ich später nie wieder die Möglichkeit dazu haben würde. Jung, ungebunden & ohne Verpflichtungen. Durch meinen großen Bruder der mit 20 Jahren eine Gehirnblutung hatte und lange im Koma lag - und lange um sein Leben gekämpft hatte und nun zu 100% behindert ist, wurde mir viel bewusster, dass wir glücklich sein sollten mit dem was wir haben. Unsere Gesundheit und unsere Familie - das ist nicht selbstverständlich. Wir sollten auch versuchen unsere Träume wahr werden zu lassen. Und mein Wunsch ins Ausland zu gehen wurde stets größer. Ich wollte es endlich wahr werden lassen! Ich erzählte meinen Eltern von meinem Plan, diese waren nicht gerade glücklich darüber. Sie konnten es nicht nachvollziehen. Indirekt wussten sie aber, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, das würde ich dann auch durchziehen. Bei der Arbeit suchte ich das Gespräch mit dem Vertriebsleiter, dieser fand meinen Plan total super. Mir wurde angeboten für 3 Monate ins Ausland zu gehen, sodass ich danach wieder im Beruf eingestiegen wäre. Aber das hatte mir nicht zugesagt. Ich wollte wirklich für ein ganzes Jahr weg und zum anderen wusste ich nicht ob ich nach 3 Monaten auch wieder dort einsteigen wollte? Vielleicht würden sich meine Pläne für die Zukunft ganz anders gestalten. Und so fing ich im September/Oktober 2016 mit meiner Planung an. Ich habe mich eigenständig um alles gekümmert. Ob es nun der internationale Führerschein, die Auslandskrankenversicherung oder mein Visum war. Alles klappte hervorragend. Und ich glaube, erst hier realisierten meinen Eltern so richtig, dass ich tatsächlich gehen werde.

Ein Leben kann sich von heute auf morgen um 180 Grad wenden. Ich habe es selbst spüren und täglich sehen müssen. Viele Menschen sind sich dessen indirekt bewusst aber wenige leben danach. Die Situation mit meinem Bruder hat mich unheimlich geprägt und stark gemacht. Ich weiß genau was ich möchte, ich verfolge meine Ziele konsequent und ich komme auch alleine sehr gut zurecht. Ich bin sehr glücklich darüber diesen Schritt alleine gewagt zu haben, denn genau das macht mich noch viel stärker. Ich bin auf niemanden angewiesen. Ich hatte genug Zeit Geld anzusparen, zum anderen arbeite ich auch hier. Ich bin auch sehr froh darüber, dass ich mir das alles selbst ermöglichen konnte und keine Hilfe gebraucht habe. Mein Auto habe ich daheim verkauft einfach nur aus dem Grund keine Verluste zu machen, wenn es ein Jahr lang vor sich hin steht.

Auf der anderen Seite fühlt man sich manchmal auch einsam, so weit weg von der Familie und den engsten Freunden. Die ganzen Erlebnisse in Australien mit dem Partner zu teilen, an die man sich das ganze Leben gemeinsam erinnern würde wäre ein Traum von mir gewesen. Manchmal frage ich mich, wie wird es für mich weiter gehen?

x Fange ich wieder bei dem selben Unternehmen an, als wäre ich nicht weg gewesen?

x Fange ich ein Studium an? Ein Duales Studium?

x Bleibe ich im industriellen Bereich?

x Bleibe ich ein weiteres Jahr in Australien?


Einige meiner Freunde haben darauf gewettet, ich würde hier jemanden kennen lernen und nicht mehr zurück kommen. Auch einige in dem Unternehmen, in dem ich tätig war hatte diese Vermutung.

Ich muss sagen, Australien ist wunderschön. Täglich am Meer spazieren zu gehen, auch im Winter um die 20 Grad zu haben kann wirklich schön sein. Aber meine Liebsten sind so weit weg, euch nur über Facetime oder Skype zu sehen macht mich traurig. Manchmal möchte ich euch ganz fest drücken und sagen wie sehr ich euch vermisse aber es nicht das selbe, es übers Internet zu tun. Das letzte Mal fragte meine Oma mich über Facetime, ob ich nicht über Weihnachten rüber fliegen könnte. Ich lachte nur... Die Entfernung zu Deutschland ist extrem! Richtig realisiert habe ich es selbst erst im Flugzeug. Aber auch in den ersten Wochen hier. Jetlag lässt grüßen.

Aber ich vermisse auch Deutschland. Alles ist strukturiert und organisiert (zumindest die meisten Sachen). Ganz anders als in Australien. Die Leute leben hier in den Tag hinein - machen sich keine Sorgen - planen kaum etwas. Immer wieder höre ich wie strukturiert und organisiert ich doch wäre. Zudem so ordentlich und präzise​. Ich weiß nicht ob es an der Erziehung zuhause liegt? An meiner "deutschen" Art?

Aber ich bin ein sehr offener Mensch und möchte auch hier die Kultur kennen lernen. Aber aktuell würde ich nicht sagen, dass ich für ein zweites Jahr bleiben möchte. Ich brauche Struktur in meinem Leben - ein festes Einkommen, eine eigene Wohnung, einen Partner, irgendwann Kinder, ein Haus und und und...

Und die Zeit läuft!! Mit allerspätestens 30 Jahren möchte ich mein erstes Kind bekommen und ich glaube nicht das Reisen ein Leben erfüllen kann - zumindest nicht mein Leben. Sondern eine glückliche Familie - glückliche und gesunde Kinder. Einen Partner auf den man sich zu 100% verlassen kann, der mit beiden Beinen im Leben steht und seine Familie zu schätzen weiß.

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Über das lange Pfingstwochenende haben wir uns mal wieder auf die Reise gemacht. Für uns ging es runter in den Süden, die Küste entlang. Unsere Stopps dabei waren: Castle Rock, Cape Naturaliste Lighthouse, Yallingup Beach, Canal Rocks, Injiup Beach, Margaret River, Redgate Beach, Buranup Forrest, Hamelin Beach, Augusta, Pemberton, Shunnon State Forrest, Walpole, Greens Pool, Elephant Rocks, Denmark, Albany. Dabei haben wir eine Nacht auf dem Campingplatz in Margaret River sowie eine weitere Nacht in Denmark verbracht. Australien hat unheimlich viel zu bieten, dabei fasziniert mich immer wieder die Natur hier. Es ist so vielfältig und wunderschön und in Worten einfach nicht zu beschreiben.

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5 Mädels on tour - mein erster Roadtrip in Australien. Meine Route stand und nun musste ich nur noch Leute finden, die mich auf meinem Weg begleiten - was hervorragend geklappt hatte. Das Auto war voll. Nun ging es um die 800km hoch in den Norden. Wie man den Fotos entnehmen kann, gibt es wirklich wunderschöne Stopps da oben. Wir hatten leider immer etwas Zeitdruck, da wir am Sonntag Abend zurück sein mussten. Da ich leider nur am Wochenende frei habe. Trotz des Zeitdrucks war das Wochenende unbeschreiblich schön und wir konnte unheimliche viele und schöne Eindrücke von Australien mitnehmen. 

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Früh morgens ging es für uns in Richtung Norden los. Der erste Stopp war Pinnacles. Wir schauten uns dort um, machten einige Fotos, quatschten und hatten Spaß. Einige Stunden später ging es dann nach Lancelin. Dort hat sich jeder ein Board ausgeliehen und es ging los mit Sandboardning. Es macht unheimlich viel Spaß ist aber auch sehr anstrengend und nicht ganz ungefährlich. 

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