Eines der wichtigsten Tage in
der Schulzeit ist das Sportfest, was sich wirklich sehr von dem im Deutschland unterscheidet. Das Sportfest fand Freitag in einem Stadion statt, was gemietet wurde aber die ganze Woche davor wurden in den Mittagspausen in der Schule schon Wettkämpfe gemacht, dessen Gewinner dann nur im Stadion gekürt wurden. Diese Wettkämpfe waren freiwillig und für Jungs beispielsweise wer die meisten Klimmzüge schafft und bei den Mädchen das gleiche mit sit-ups. Ich hatte mich zuerst für keine Wettkämpfe eingetragen und mir wurde dann am Donnerstag mitgeteilt, dass meine Mitschüler mich für einen Tanz eingetragen hatten. Dieser Tanz war wohl ein Teil der großen Eröffnungsfeier und die Anderen waren schon seit Schulanfang damit beschäftigt ihn einzuüben. Ich durfte an dem Tag davor also bei der Generalprobe mitmachen und mir den ganzen Tanz danach zu Hause selber beibringen, was aber gar nicht so schwierig war, wie erwartet. Außerdem habe ich ein T-shirt mit Tiger und italienischer Aufschrift auf dem Rücken und eine Cap bekommen, was ich am nächsten Tag mit einer kurzen Hose anziehen sollte.
Am Freitag musste ich um sieben am Stadion sein und konnte demnach um kurz nach vier aufstehen, um rechtzeitig anzukommen. Dort angekommen musste ich mir dann leider die lange Hose meiner Schuluniform, die ich mir über die Kurze gezogen hatte, ausziehen, was bei 10 Grad doch recht kühl war. Mir wurde am Vortag gesagt, dass die ganze Schule bei der Eröffnungsfeier und somit auch unserem Tanz zuschauen würde und ich ihn deswegen gut einüben sollte, um mich nicht zu blamieren, aber das ganze war dann doch etwas anders. Die Lehrer, Eltern und alle die Lust hatten zuzusehen saßen auf der Tribüne während alle Schüler in ihren Klassen auf der Laufbahn aufgereiht standen und nacheinander ihre Shows (Lied, Tanz, etc.) vorgeführt haben. Als wir nach einer Stunde dran waren sind wir zuerst nach vorne marschiert und haben danach angefangen zu tanzen. Die Mädchen standen in der Mitte und hatten den deutlich schwereren Tanz, weil die Jungs die ganze Zeit nur daneben gehockt haben, bis sie am Ende den Tanz von Ppap getanzt haben (keine Sorge, falls jemand dieses Lied nicht kennen sollte hat er nicht wirklich viel verpasst.) Nachdem wir den Tanz vorgestellt hatten, mussten wir uns in die Mitte des Platzes stellen und eine weitere Stunde still dort stehen und warten, wobei mich die chinesische Disziplin wieder ein Mal überrascht hat, da wirklich keiner trotz der Kälte und Langeweile geredet oder sich bewegt hat. Am Ende der Eröffnungsfeier wurde die Nationalhymne gesungen während andächtig die Flagge gehisst wurde. Danach könnten dann alle auf die Tribüne, um viele weitere Vorführungen wie den Militärübungen und schließlich auch den anderen Schülern beim Wettlauf, Staffellauf, Weitwurf, usw. zuzusehen. Das ganze hat ungefähr acht weitere Stunden gedauert, da fast alle der 3000 Schüler an vielen Wettkämpfen teilnehmen wollten.

Likes

Comments

Da in ungefähr einer Woche das Herbst-/Mondfest ist, haben wir "Mondkuchen" (yuebing月饼) gemacht, weil das dann immer gegessen wird. Mondkuchen haben eigentlich rein gar nichts mit richtigem Kuchen zu tun. Sie sind klein, rund und bestehen meistens aus einer Art Mürbeteig, der mit einer süßen Paste aus Bohnen oder ähnlichem gefüllt ist. In der Mitte ist ein gekochtes Eigelb, was den Mond darstellen soll, meiner Meinung nach den Geschmack aber eher verschlechtert, weil das Eigelb oft in einer Hühnerbrühe gekocht wird und das in Kombination mit dem süßen Rest eher gewöhnungsbedürftig schmeckt. Das Mondkuchenbacken war eine Aktion der Uni meiner Gastschwester, um Studenten aus dem Ausland und Chinesen näher zusammen zu bringen. Weil anscheinend kein Ausländer die Kuchen mit Eigelb mochte, haben wir dieses einfach weg gelassen und auch den Prozess des Backens übersprungen, indem wir einfach nur verschiedene Pasten benutzt haben und den richtigen Teig ganz weggelassen haben. Das hat dann auch echt nicht schlecht geschmeckt. Es war auch nicht sonderlich schwierig, weil man die Pasten einfach zu Kugeln rollen musste und diese dann in die richtige Form pressen musste. Insgesamt war es echt lustig, weil ich sofort am Anfang von 3 Chinesinnen gefragt wurde, ob ich mich zu ihnen setzten möchte. Es hat wirklich Spaß gemacht mit ihnen zu "backen" und am Ende hatten wir wirklich richtig schöne Ergebnisse, die dann in 1000 Fotos festgehalten wurden, bei denen ich wie eine Statur auf meinem Platz saß und der Platz neben mir immer von jemand anderem eingenommen wurde:)

Likes

Comments

Am Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie im ältesten Tempel Beijings, dem tanzhe Tempel (潭柘寺). Dort hatte mein Gastvater vor 20 Jahren wohl mal für meine Gastschwester gebetet und sie sollte den Göttern nun für die erfüllten Wünsche danken. Nachdem wir recht viel Geld für den Eintritt gelassen hatten, wurde auch noch jedem Buddha oder wer auch immer gerade angebetet wurde, eine ordentliche Summe zugesteckt, sodass es für meine Gastfamilie auf jeden Fall ein echt teurer Ausflug war. In dem Tempel gab es viele Dinge, die man machen konnte um den Göttern zu danken oder einfach eine bessere Zukunft zu bekommen. Zum Beispiel gab es dort eine goldene Figur eines Fishes, die man streicheln konnte um for immer gesund zu bleiben. Außerdem gab es einen Stand, der mich ein bisschen an Dosenwerfen erinnert hat, nur, dass man dort mit Münzen auf eine keine Glocke werfen sollte, um alle Wünsche in erfüllung gehen zu lassen. Ich wollte nicht so viel meines Geldes weg werfen und habe deswegen keine Glocke getroffen. (Deswegen hat der goldene Fisch bei mir wahrscheinlich auch nicht funktioniert, weil ich jetzt gerade beim schreiben dieses Eintrags eine ziemliche Erkältung habe.) Eines der wichtigsten Dinge dort war aber eine goldene Säule, an die viele bunte Bänder gebunden waren. Das ganze hat sich gedreht und man sollte drei Mal mit drumherum gehen, um - wie eigentlich bei allem - Glück zu bekommen. (In dem Video anbei sind die ersten beiden Personen, die um die Säule laufen meine Gastschwester und mein Gastvater). Natürlich konnte man auch mit Räucherstäbchen für Gesundheit, Liebe, Geld, Wissen und eigentlich für alles beten. Dafür hat man sich drei Mal mit den Räucherstäbchen in eine bestimmte Richting verbeugt. Ich fand alles gut und konnte mich nicht ganz entscheiden, also habe ich mich einfach in alle Richtungen verbeugt :)

Likes

Comments

In der Schule sind wir 4 Europäer. Aron aus Italien, Bjarke aus Dänemark, Miro aus Deutschland und ich.
Ich stehe morgens momentan um 5:30 Uhr auf, damit ich um zehn vor acht in der Schule bin. Alle chinesischen Schüler müssen jedoch um sieben in der Schule sein. Für uns wurde wegen unseren langen Schulwegen eine Ausnahme gemacht - außer für Aron, weil er auch im Internat lebt. Die Stunde zu der wir kommen ist die erste richtige Unterrichtsstunde. In der Stunde davor stehen die chinesischen Schüler meistens in Reihen auf dem Sportplatz und machen Morgensport. Die Unterrichts Stunden sind 40 Minuten lang und es gibt nach jeder Stunde eine Pause von 10 Minuten. Da die Lehrer aber immer überziehen und es die Schüler überhaupt nicht zu stören scheint, ist die Pause dann nur noch ungefähr 2 Minuten lang. Die Schule hat sechs verschiedene Schulklingeln. Eine wenn die Stunden anfangen, eine andere wenn die Stunden aufhören, eine am Ende der Mittagspause wenn die Schüler in ihre Klassen sollen, eine bei Schulschluss und eine bei der wir den Verwendungszweck noch nicht herausgefunden haben. Aber die beste ist die, bei der immer bis acht gezählt wird und die Schüler ihre Schläfen, ihren Kopf, ihre Ohrläppchen, ihren Nacken und unter ihren Augen massieren. Am Anfang jeder Stunde schreit der Klassensprecher "Qilai!"(Aufstehen!), worauf die Schüler sich neben ihre Tische stellen, sich verbeugen und "laoshi hao" (Guten Tag Lehrer) sagen. Im Gegensatz zu Deutschland, sagt man hier nicht den Namen des Lehrers, sondern einfach "Lehrer". Die Atmosphäre in der Klasse ist auch total anders, als in deutschen Schulen. Es wird grundsätzlich nicht geredet und wenn man es dann doch wagt wird man sowohl von allen Schülern als auch dem Lehrer mit einem Todesblick angeschaut. Die Unterrichtsmethoden sind nicht sonderlich abwechslungsreich. Es gibt keine Gruppenarbeit und nur sehr selten Partnerarbeit. Der Lehrer doziert vorne mithilfe einer PowerPoint Präsentation und die Schüler melden sich nicht, sondern werden einfach drangenommen. Dann stehen sie auf und treten neben ihren Tisch, um etwas zu sagen. Ich bin wirklich fröhlich, dass ich hier nichts von dem Unterrichtsstoff verstehen muss, weil alles auf Chinesisch ist, aber ich auf deutsch wahrscheinlich trotzdem nichts verstehen würde, da einfach angenommen wird, dass alle Schüler es nach dem ersten mal erklären verstehen und somit auf keine Fragen eingegangen wird.
Ich habe vormittags vier Mal die Woche mit den anderen Austauschschülern chinesisch Unterricht und sonst sind wir auf verschiedene normale chinesische Klassen aufgeteilt. Bjarke und ich sind in der gleichen Klasse. Dort nehmen wir an dem normalen Unterricht teil (naja, von teilnehmen kann eigentlich nicht die Rede sein), folgen unseren Mitschülern einfach überall wo sie hingehen und sitzen ganz hinten, damit wir nicht stören und einfach selbstständig Vokabeln lernen können. Oft wissen wir gar nicht so genau was wir gerade für ein Fach haben, da es an dieser Schule teilweise ganz andere Fächer gibt als in Deutschland. Zum Beispiel Bücher in der Bücherei lesen, bei dem aber häufig auch einfach geschlafen wird. Das geht in jedem Unterrichtsfach trotz der strengen Lehrer und der Überwachungskameras erstaunlich gut, weil es wirklich keinen zu interessieren scheint solange man nicht laut ist.
Um kurz nach 12 gibt es Mittagessen. Dafür werden fünf große Töpfe auf das Pult gestellt, man nimmt sich selber was man will und isst in der Klasse. Alle, die in Deutschland über schlechtes Essen in Schulen meckern, sollten mal dieses Essen probieren. Das ich es nicht so gerne mag liegt nicht nur daran, dass ich ein Ausländer bin, denn die Chinesen finden es auch schlecht. Es gibt jeden Tag Reis, zwei Gerichte mit Gemüse und zwei mit Fleisch, was man aber eigentlich nicht als Fleisch bezeichnen kann, weil es aus 50% Fett, 30% Knochen und 20% fleischähnlichem Irgendwas besteht. Unsere Mittagspause geht bis kurz vor zwei und ist somit auch länger als die der normalen chinesischen Schüler. Nachmittags haben wir dann bis halb vier Unterricht und an manchen Tagen durch zusätzliche Kurse bis kurz vor sechs. Die Chinesen haben jeden Tag mindestens eine Stunde länger Unterricht als wir. Dazu kommen bei Ihnen noch riesige Stapel an Hausaufgaben. Die Schüler, die in der Schule wohnen haben dafür abends "self-study". Dabei müssen sie 2-3 Stunden in einem Raum, der von einem Lehrer überwacht wird, Hausaufgaben machen und lernen.

Likes

Comments

Die Schule hier ist wirklich ganz anders als in Deutschland. Meine Schule in China, die "Beijing no. 57 Highschool" ist auch ein Internat und es leben wirklich recht viele Schüler dort. Trotz meinem Schulweg von 1,5 Stunden bin ich fröhlich in einer Gastfamilie zu leben. Es gibt einen einzigen Eingang zu der Schule, an dem drei Wachmänner stehen und aufpassen, dass kein Schüler das Schulgelände verlässt. Zum Glück wurde für uns eine Ausnahme gemacht und wir dürfen rein und raus wann wir wollen.
Nachdem wir einen riesigen Zettel Stapel ausgefüllt hatten, für die Schuluniform abgemessen wurden und uns die ganzen Schulbücher herausgesucht hatten, wurde uns die Schule gezeigt.
In jeder Klasse sind ungefähr 40 Schüler, was im Vergleich zu normalen chinesischen Schulen ziemlich wenig ist. Uns wurde erzählt, dass die Schüler einen Test nach der middle school machen, der im Prinzip wie ein Zeugnis ist und die Schüler dann nach dem Ergebnis dieses Tests von den Schulen ausgesucht werden. Es ist wohl sehr schwierig auf diese Schule zu kommen, weil man in der Aufnahmeprüfung die höchst Punktzahl von 580 haben kann, diese Schule aber nur Schüler mit mindestens 545 Punkten auswählt.
Die Schule hat zwei Sternenwarten, ein 7D Kino, einen Flugsimulator, einen Raum mit Fahrrädern zum trainieren, eine marching band und ganz viele andere Clubs, wie zum Beispiel Kalligraphie, diverse Sportarten, Handwerken, Roboter bauen, Kunst, ... Das beste ist jedoch unser "Ausländerraum". Ein Raum nur für uns mit Sofas, Computern und Drucker, WLAN, riesigem Fernseher und Musikanlage, Klavier, Mikrowelle, einem Schrank voller Essen und zwei wundervollen funktionierenden Klimaanlagen :) Die normalen Klassenzimmer sind halb so groß wie dieser Raum. Im Gegensatz zu den deutschen Schreibtischen sind die hier wirklich winzig. Zum einen ist die Schreibtischplatte noch nicht einmal halb so groß wie die in Deutschland, aber man kann seine Beine auch nicht richtig unter den Tisch tun, weil er zu klein und zu weit unten ist. Es gibt in den Klassenzimmern eine normale Tafel aber dazu noch eine Art "Touch-Fernseher", auf dem auch geschrieben werden kann. In jedem Klassenzimmer hängen mindestens drei Kameras. Insgesamt sind überall in der Schule, egal wo man hingeht, Kameras. Die Klos und unser cooler Raum sind die einzigen Orte wo keine sind. In einem Raum der Schule hängt alles voll mit Monitoren, die die Bilder der Kameras zeigen und dort sitzen den ganzen Tag ungefähr fünf Wachmänner und beobachten alles. Das liegt an den recht strengen Schulregeln und weil abschreiben in chinesischen Schulen das schlimmste ist, was man machen kann. Natürlich ist es noch schlimmer in einer Beziehung zu sein. Jungs und Mädchen dürfen sich nicht berühren und sollten immer einen "Sicherheitsabstand" von 20-50 cm haben - so wurde uns das auf jeden Fall bestimmt tausend mal erklärt. Alle müssen immer die Schuluniform tragen, Sandalen und Handys sind nicht erlaubt. Bei uns wurde mit den Handys aber eine Ausnahme gemacht, weil wir es ja zum übersetzen und zum lernen brauchen :) Für die Jungs gilt die Regel, dass sie nicht längere Haare haben dürfen als das, was übersteht wenn man die Hand auf den Kopf legt. Also haben sie alle den gleichen Haarschnitt - nämlich auf 2-3 cm rasiert. Die Mädchen haben tatsächlich die Auswahl von zwei Frisuren. Entweder in einem Zopf zusammengebunden oder kinnlange Haare. Offene Haare gehen gar nicht. Außerdem sind keine langen oder lackierten Fingernägel, Schmuck oder Schminke erlaubt. Also ist eigentlich alles, was einen im entferntesten vom Unterricht ablenken oder aus der Masse hervorheben könnte verboten.

Likes

Comments