Ein großes Reiseziel befand sich schließlich noch auf meiner Ghana To-Do Liste: Der Mole National Park in Larabanga, im Nord-Westen Ghanas. Mit einer Fläche von 4840 km2 zählt er zum größten Nationalpark Ghanas und beheimatet 93 Tierarten, darunter Amphibien, Reptilien, verschiedene Affenarten und Elefanten.
Schon zu Beginn meines Ghanaaufenthalts habe ich mir gewünscht, dort hinzufahren um bei einer Safari Tiere aus der Nähe betrachten zu können, die ich sonst nur aus dem Zoo kenne.
Also starteten Magdalena und ich am Dienstag, dem 28. Februar die große Reise. Eingestiegen in einem Bus (komfortables Fortbewegungsmittel in Ghana) ging es los in Richtung Tamale. Eine lange Busfahrt über Nacht stand uns zunächst bevor und zu allem Übel zeigte sich unser Busfahrer wenig kooperativ. So lief die ganze Nacht laute afrikansche Musik und der Busfahrer hupte alle 5 Minuten bei freier Fahrbahn, einfach um sich selbst wachzuhalten. Wenig ausgeruht erreichten wir morgens Tamale, wo wir nach einem kleinen Frühstück von Wasser und Brot erstmal die Stadt erkundeten.
Wir schlängelten uns durch kleinere Gassen mit allerlei Verkaufsständen, erkundeten die Bauweise der zahlreichen Moschéen und deckten uns für die weitere Reise mit Brot uns Wassser ein bevor wir uns zur Hauptbusstation von Tamale begaben um dort auf einen Bus nach Larabanga zu warten.

Nachdem wir 30 Stunden unterwegs waren, war unser Ziel endlich zum greifen Nahe: Wir fuhren mit dem Taxi durch das große Tor, welches uns zum Nationalpark führte.
Die Nacht verbrachten wir diesmal in einer für unsere Verhältnisse eher hochwertigen Unterkunft, aus dem Grund, dass diese nahe an dem Ausgangspunkt für unsere Safaris lag und außerdem einen wunderschönen Ausblick über die vielfältige Vegetation des Nationalpark bot.
Müde begaben wir uns zu Bett, bevor wir pünktlich zum Sonnenaufgang unsere erste Fußsafari starteten. Mit unserem Guide und 4 weiteren Abenteurern marschierten wir los zu einer Wasserstelle, in der Hoffnung dort Elefanten anzutreffen. Die Chancen stehen gut, in der Trockenzeit Tiere an nahegelegenen Wasserstellen zu begutachten, aus dem Grund, dass die Tiere aufgrund von Wasserknappheit alte, verlässliche Wasserquellen ansteuern.
Glücklicherweise sahen wir bei Ankunft an der Wasserstelle direkt Elefanten, was auch direkt mein persönliches Highlight der Safari darstellte. Es war einfach atemberaubend, die Tiere, welche ich sonst nur aus Käfigen und Absperrungen kenne in der Natur ganz nah zu erleben!
Des Weiteren sahen wir mehrere Antilopenherden, verschiedene Affenarten, allerlei Vögel und Wildschweine.
Etwas erschöpft aber sehr zufrieden begaben wir uns zurück auf unser Hotelzimmer, wo wir ein kleines aber wichtiges Detail vergaßen: nämlich das Schließen unsrer Zimmertür! Blitzschnell bahnte ein ausgewachsener Affe seinen Weg in unser Zimmer, natürlich auf der Suche nach Essen. Reflexartig kletterte ich auf mein Hochbett um von dort die Lage zu überblicken. Wir versuchten den Affen mit Gebrüll und fliegenden Kissen aus unserem Zimmer zu verbannen, der sich jedoch von unseren Versuchen nur wenig beeindrucken lies. Nachdem er jedoch all unsere Taschen durchwühlt hatte und traurig feststellen musste, dass wir kein Essen mit uns führten verschwand er zurück zu seinen Artgenossen in den Wald.
Am Nachmittag starten wir unsere 2. Safari, diesmal allerdings im Jeep! Dadurch bekamen wir die Chance, noch tiefer in den Nationalpark zu gelangen. Auch hier wurde die Vielfalt der Vegetation deutlich: Im einem Moment fuhren wir durch dicht besiedelte Wälder, und im Nächsten ähnelte die Landschaft einer Wüste. Auch bei dieser Safari sahen wir viele Tiere, allerdings flüchteten auch einige, sobald sie das Geräusch des Auspuffs unseres Jeeps hörten.
Unterm Strich kann ich wirklich jedem eine Safari dieser Art empfehlen!

Mit Ende der Safaris sollte unsere Nordenreise aber noch nicht zu Ende sein. Es ging weiter nach Larabanga. Irgendwie hatten wir vor lauter Vorfreude auf den Nationalpark etwas vergessen unsere weitere Reise durchzuplanen. Aber zum Glück ist das in Ghana (im Gegensatz zu Deutschland) wirklich kein Problem. Wir fragten uns durch nach günstigen Unterkünften in Larabanga, bis wir schließlich auf einen Taxifahrer stießen, der uns einen eher ungewöhnlichen Vorschlag machte: Er kannte eine Art Waisenhaus, in dem wir kostenlos übernachten konnte. Als Gegenzug sollten wir uns mit den Kindern beschäftigen, mit ihnen spielen, ihnen zuhören.
In Deutschland wäre ich wohl nie auf so ein Angebot eingegangen, aber hier erlangte der Taxifahrer unser Vertrauen und wir fuhren mit ihm. Das Waisenhaus (wenn man es überhaupt als Haus bezeichnen konnte- eigentlich war es eine kleine Wellblechhütte) lag am Rande von Larabanga in einem der Slums. Jedoch war dies weder für mich noch für Magdalena ein Grund sich nicht wohlzufühlen!
Die Kinder stürmten mit leuchtenden Augen auf uns zu und redeten wild durcheinander auf uns ein, während Betreuer des Waisenhauses einen kleinen Schlafplatz für uns vorbereiteten.
Die Nacht war wirklich sehr unkomfortabel- weder Matratze noch eine Toilette schien vorhanden zu sein. Trotzdem genossen wir die nette Gesellschaft und fühlten uns willkommen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gastfreundlich die Ghanaer sind!
Bevor wir am Freitagmorgen unsere Reise nach Kumasi fortsetzten verabschiedeten wir uns herzlich von den liebevollen Menschen und hinterließen eine kleine Spende.

Gegen Freitagnachmittag erreichten wir Kumasi, zweitgrößte Stadt Ghanas und Hauptstadt der Ashanti Region. Nach den eher ländlichen Tagen erschien mir das Großstadtleben einfach nur noch stressig und anstrengend. Wir besuchten einen 12 ha großen Markt, was sich jedoch als totale Fehlentscheidung herausstellte! Menschen und Stände soweit das Auge reicht. Von allen Ecken wurden wir angeschaut oder gar angefasst, weil wir eben nicht wie der ghanaische Durchschnittsbürger aussehen. Als wir uns endlich aus dem Getümmel der Menschenmassen befreien konnten erreichten wir unsere Herberge, wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten. Da Magdalena und ich am sel en Tag das Land verlassen werden (am 13. März was ja wirklich schon so bald ist) ließen wir ein wenig Heimatsstimmung aufkommen, indem Magdalena ihre Schlagerplaylist auflegte, zu der wir lauthals mitgrölten.
Am nächsten Tag erkundeten wir noch ein wenig die Stadt bevor wir uns in Richtung Accra aufmachten. Somit ging eine schöne und erlebnisreiche Reise zu Ende.

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...die Menschen (zumindest größtenteils) schon morgens gute Laune haben und du mit einem "How are you?" Von dir Unbekannten begrüßt wirst
...die Menschen dich offen um Rat bitten "I have a problem..."
...du trotz Schlabberlook, verschwitztem Körper und ungeschminkter Visage Komplimente für dein Aussehen bekommst
...du allerlei Heiratsanträge ablehnst
...du trotz keiner Reiseplanung und Komplikationen immer dein Ziel erreichst
...du denkst, dass dein Trotro jeden Moment auseinanderbrechen muss (Überfüllung, knatschende Geräusche, platte Reifen), du jedoch meistens sicher ans Ziel gelangst
... viele Preise Verhandlungsbasis sind
... du dich so sehr über Regen freust, dass du darin tanzt
...die Menschen unglaublich gastfreundlich sind und dich gerne zum Abendessen einladen ohne dich wirklich zu kennen
...du unglaublich schnell Freunde auf der Straße finden kannst "Hey, let's be Friends!"
...Reis und Früchte zum Grundnahrungsmittel werden
...Papaya und Mango noch wie solche schmecken und nicht voller Chemikalien und völlig überteuert im Supermarkt verkauft werden
...du viele nützliche Dinge an Straßenständen kaufen kannst (von Unterwäsche über Essen bis zu SIM Karten ist alles dabei) und die Verkäufer sich tierisch über deinen Besuch freuen
...es keine festen Öffnungszeiten für Straßenstände gibt, mal wird um 20 Uhr noch verkauft, manchmal ist der Shop ab 12 Uhr geschlossen...
...du aus dem Trotrofenster einkaufen kannst, da die Händler bis an die Fensterscheibe kommen
...du viele Autos mit deutscher Aufschrift siehst, wo du dir sicher sein kannst, dass sie nach Ghana verschifft wurden, da sie in Deutschland nicht mehr durch den TÜV gekommen sind
... es eine Ausnahme ist, wenn das Armaturenbrett bei Fahrzeugen funktionsfähig ist- somit Tankinhalt und Geschwindigkeit einfach geschätzt wird
...der Fahrtrichtungswechsel nicht durch blinken sondern durch lautes Hupen bekannt gegeben wird
... es zwar die ein oder andere Ampel gibt, Motoräder dich jedoch nicht an diese halten müssen
...man locker zu 8. overload in einem 5 Sitztaxi mitfahren kann
...frei lebende Tiere die Straße blockieren
...4 Menschen ohne Schutzkleidung problemlos auf einem Motorrad Platz haben
...bei den Präsidentschaftswahlen (direkte Wahl vom Volk) plötzlich Wahlurnen verschwinden und einfach ohne die Stimmen weiter gerechnet wird
...bei der Auszählung der Wahlstimmen plötzlich mehr als 100% der Wähler im Spiel sind
...dich die Polizei im Post Office festnehmen kann, weil du eine Schokolade mit minimalem Alkoholanteil geschickt bekommen hast
...der Post Officer sich weigert, Pakete herauszugeben, bevor er keine Schokolade bekommen hat (zur Info: Post Officer ist hier ein gut bezahlter Job- Unserer ist wohlgenährt und einfach nur gierig)
...die Herausgabe deines Pakets von einem kleinen rosa Zettel abhängt
...du auf dem Kaneshi-Markt (riesengroßer Markt und gleichzeitig Umsteigestation der Trotros in Accra) vor lauter Stoffen, Fleisch, Kleidung etc. den Fußboden kaum noch siehst
...die Einheimischen unglaublich stolz auf ihre Nation und die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht sind
...die Nationalhymne in jeder Schule und bei vielen
Unternehmen zum Start in den Tag gesungen wird
...der Großteil der Menschen sich einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet hat
...wenn religiöse Toleranz herrscht: Ein Christ wird gerne in einer Moschee gesehen, und andersherum
...Menschen in 3x3m Wellblechhütten leben müssen und der Kampf gegen den Hunger das tägliche Leben beeinflusst
...Kinderaugen strahlen wenn du ein Lächeln schenkst oder ihnen eine Begrüßung zurufst
...Wasser und Strom ab und zu ausfallen
...du dich freust, wenn die Klospülung funktioniert
...der Gasherd nicht funktioniert und deshalb ein Feuer in der Küche (geschlossener Raum) gezündet wird
...Matratzen zur selbst- Desinfektion in die Sonne gelegt werden
...du beeindruckt von Ghanas vielfältigen Vegetation bist
...du aufgrund gleichbleibenden Temperaturen nicht mehr frieren musst im Winder
...

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Um dem Alltag des Projekts und dem Lärm der Großstadt zu entfliehen entschieden sich Joyce, Laura und ich letzes Wochenende für eine Reise der etwas anderen Art: eine Campingtour bei den Wli Wasserfällen!
Die Wli Wasserfälle befinden sich im Osten Ghanas in der Voltaregion, angrenzend zu Togo, ca. 5 Stunden Trotrofahrt von uns entfernt.
Die Organisation und Planung der Reise gestaltete sich außerordentlich abenteuerlich, da wir mit einem Typen namens Francis telefonierten (andere Freiwillige haben uns seinen Kontakt empfolen), der scheinbar jegliche Verantwortung für unseren Wochenendausflug übernehmen wollte. Blöd nur, dass wir ihn ganz schlecht verstanden haben und schließlich bis auf ein "don't worry" und seine Handynummer wenig Absicherung auf eine Unterkunft bestand.
Hochmotiviert und abenteuerlustig stiegen wir Freitag ins Trotro Richtung Osten, nach Hohoe, einer Stadt in der Näher der Wli Waterfalls. In Hohoe angekommen kam mein schon ein wenig eingerostetes französisch zum Einsatz, schließlich befanden wir uns fast in Togo.
Im Dunkeln erreichten wir dann schließlich Wli, dem kleinen Ort von dem unsere Wanderung ausgehen sollte. Der Rest des Trotros wanderte fröhlich nach Togo ein, die Grenze erschien mir im Dunkeln nur wie ein Gartentor, was es zu öffnen bedurfte.
Erst schauten wir ein wenig planlos in der Gegend herum, von Francis fehlte jede Spur bis wir ihn schließlich doch noch erreichen und treffen konnten.
Dieser führte uns zu einem Hotelmanager namens Vincent, der uns sehr preiswert in seinem eigenen Wohnhaus übernachten ließ und sogar ein kleines Abendbrot zubereitete. Man lerne: Auch ohne große Planung scheint es Möglichkeiten und Wege zu geben!
Früh Morgens lernten wir noch Vincents Frau kenne, welche sich um ein Frühstück kümmerte, bevor die Suche nach Francis und der damit verbundene Aufbruch zur Erkundung der Wasserfälle beginnen konnte.

Motiviert und mit guten Gedanken begaben wir uns in die Natur. Francis hatte als "Reisegepäck" lediglich ein kleines Zelt und eine Wasserflasche dabei, Proviant fanden wir im Wald, wie sich später herausstellen sollte. Denn wir pflückten eine Papaya und eine Ananas, welcher unser Guide geschickt auf seinem Kopf balancieren konnte. Dicht gefolgt von Hund Jack (für den kein Berg eine wirkliche Herausforderung darstellen konnte) bahnten wir unseren Weg durch die vielfältige Vegetation zu dem höchsten Punkt des Gebirges um von dort einen wunderbaren Blick über Upper und Lower Fall zu gewinnen.
Aufgrund der ungewohnten Anstrengung (ich bin nun wirklich kein erprobter Wanderer!) schwanden meine Kräfte langsam, sodass ich froh war, als wir den Upper Fall, den ersten der beiden Wasserfällen erreichten. Schon von Weiten hatte das Rauschen auf eine Dimension der Natur hingewiesen, aber als wir ankamen, war ich wirklich überwältigt. Da hatten sich die vielen Schweißtropfen, kleinen Kratzer und der Dreck am Körper doch gelohnt !Nebenbei haben wir auch die unsichtbare Grenze zu Togo überschritten, also auch mal da gewesen!
Gemeinsam stürzten wir uns ins frische Nass und wagten uns in den Wasserfall- die Strapatzen der Wanderung schienen wie weggeblasen.

Nach einer längeren Verschnaufpause stand der Abstieg zum Lower fall, und gleichzeitig unserem geplanten Schlafplatz an. Francis Laune verschlechterte sich minütlich , da er realisieren musste, dass er bei keiner von uns landen konnte (typisch ghanaisch). Während er also spielerisch die Berge herunterrutschte hatte ich große Mühe überhaupt hinterher zu kommen ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Umso erleichterter war ich als wir schließlich gegen Abend unser Ziel erreichten! Der Lower Fall war ebenfalls beeindruckend, aber touristischer geprägt, aus dem einfachen Grund, dass er mit weniger körperlichen Mühen zu erreichen ist.
Als es schließlich dunkel wurde stellten wir unser Zelt auf und versammelten uns am Lagerfeuer. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen bevor wir uns hundemüde und erschöpft in unser spielzeugartiges Zelt begaben. Trotz Wasserfallrauschen und einer dünnen Schaumstoffmatte gestaltete sich die Nacht ungemütlich und klirrekalt. Schließlich hielten wir es nicht mehr aus und begaben uns zurück an den Wasserfall, so etwas sieht man schließlich nicht alle Tage und Schlaf kann ja nachgeholt werden.
Als wir uns morgens auf unseren Rückweg begaben, wusste ich, dass ein grausamer Muskelkater mich die nächsten Tage begleiten würde.

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Wie schon im letzten Blogartikel angekündigt, hieß es an meinem Geburtstag: Achtung, Achtung- heute ist ein Zahnputztag!
Im Vorhinein war uns Freiwilligen immer mal wieder aufgefallen, dass sich vereinzelt Kinder über Zahnschmerzen beklagen bzw. das sonst so schöne Kinderlächeln von Dreck bedeckt scheint.
Deshalb fassten wir den Entschluss, ein Seminar rund ums Thama "Zähne" durchzuführen, inbegriffen von Aufbau, Veränderung durch die bleibenden Zähne und ihre Pflege.
Da ich von zuhause einen großen Beutel voller Zahnbürsten und Veranschaulichungen des Gebisses mitbekommen habe, waren perfekte Bedingungen hierfür geschaffen.
Wir teilten die Gruppe in 3 kleinere, sodass ein Überblick leichter fiel. Die Kinder zeigten sich wirklich interessiert, einige brachten gute Ideen ein wie die gesunde Zahnpflege aussehen könnte. In manchen Familien ist das Zähne putzen bereits als alltägliches Ritual im Tagesablauf integriert, bei anderen ist es eine Besonderheit oder wird gar als unwichtig abgestuft. Dementsprechend ließ sich auch die Zahngesundheit der Kinder kategorisieren: Während dem kleinen Ishmael die Milchzähne vom Vater gezogen werden wenn sie schlecht sich (dementsprechend ist die Anzahl seiner Zähne an beiden Händen abzählbar), wird in Safianus Familie auf Zahnhygiene geachtet, auch wenn die 5-köpfige Familie sich aus finanziellen Gründen eine Zahnbürste teilen muss.
Alle hatten mächtig Spaß am Zähne putzen und hörten aufmerksam bei Tipps und Vorschlägen zu. Nun soll das Zähne putzen auch ein Ritual in der Projektzeit werden, in dem jeder seine eigene, beschriftete Zahnbürste hat, die im Laufe des Vormittags benutzt wird.
Natürlich habe ich noch ein paar weitere Zahnbürsten übrig, sodass wenn mich die (von meiner Familie organisierten) Zahnpasten hier erreichen, jedes Kind Zahnbürste und Zahnpasta mit nach Hause nehmen kann um das Erlernte an Verwandte und Geschwister weiterzutragen. Naja, jedenfalls würde es mich freuen, wenn das Seminar Früchte trägt!

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auf dem Foto (von hinten links): Joyce, Selma, ich, Jana, Renée und Pauli (von vorne links) Vickie, Linda und Elli

Alle großen Feierlichkeiten dieses Jahr mal auf ghanaisch! Also sowohl Weihnachten als auch Sylvester durfte ich schon bei angenehm warmen Temperaturen verbringen. Nun stand am 25.01. schließlich mein Ehrentag vor der Tür.
Und der Tag schien schon gut zu beginnen: Am Morgen wurde ich von unserem ghanaischen Mitbewohner Game (vor meiner üblichen Aufstehzeit) geweckt, wobei ich erst gar nichts Positives zu denken vermochte, schließlich bekomme ich Game eigentlich nie vor Nachmittags (wenn ich von der Arbeit komme) zu Gesicht. Auf die Frage was denn los sei, entgegnete er mit mit einem fröhlichen "Don't worry, there's no problem!"


Angekommen im Wohnzimmer erwartete mich ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch, geschmückt mit Kerzen, Konfetti, Luftballons, beschrifteten Herzen und einer Happy-Birthday-Girlande! Dann erblickten meine eigentlich noch müden Augen einen echten Schokokuchen im schimmernden Kerzenlicht, was mich schlagartig ganz glücklich machte. Ein paar Sekunden konnte ich die Situaton auf mich wirken lassen, bevor alle Mitbewohner des Hauses aus einer weiteren Türe hinein ins Wohnzimmer kamen und mich mit "Viel Glück und viel Segen" im Kanon überraschten. Ich hätte nie damit gerechnet, dass alle früher ihr Bett verlassen, um mir zu gratulieren ( normalerweise sind Joyce und ich immer recht einsam am Frühstückstisch (höchstens Frühaufsteher Laura leistet uns Gesellschaft), da wir als erstes das Haus verlassen müssen). Sogar Hausherr William, zu dem ich eine eher distanziertere Verbindung pflege, beglückte mich mit einer (wenn auch eher schiefen) Version von "Happy Birthday", worüber ich mich unglaublich freute.
Nach dem besonderen Frühstück hieß es für Joyce und mich Aufbruch zum Straßenkinderprojekt, schließlich gilt der Mittwoch auch in Ghana als normaler Arbeitstag.
Dort angekommen erwartete uns ein weiteres Highlight: Mama Mina hatte ein weiteres Frühstück organisiert. Denn nicht nur ich, sondern auch ihr leiblicher Sohn Kwame (25) feiert am 25. Januar seinen Geburtstag. Während die Köstlichkeiten verspeist wurden, stimmte Mama Mina weitere Geburtstagslieder an und es wurde ausgelassen gefeiert und Glückwünsche bekundet. Vor lauter Geburtstagsstimmung geriet der Blick auf die Uhr komplett in den Hintergrund, bis wir nach einiger Zeit bemerkten, dass sich schon viele Kinder zum Projekt im Garten versammelt hatten. Mama Mina rief sie alle zum Frühstückstisch, wo alle einen hungrigen Blick auf den so reich gedeckten Frühstückstisch warfen. Natürlich bekam jeder zur Feier des Tages ein geschmiertes Marmeladenbrot, was die Stimmung anhob.
Ein weiterer berührender Moment war, als die Kinder anschließend mit voller Begeisterung "Happy Birthday" für mich sangen und dabei vor Freude hüpften.
Der weitere Arbeitstag verlief weitesgehend unspektakular, bis auf die Tatsache, dass ich mit den Kindern ein kleines Zahnputzseminar durchführte, aber dazu im nächsten Blogeintrag mehr.
Zurück im Studenthouse erwartete mich eine weitere große Überraschung: Als wäre das tolle Frühstück nicht schon genug gewesen, schenkte mir jeder eine Kleinigkeit! Ich freute mich sehr über ein neues Kleid von Vickie, eine Einladung in Joyce's Heimat, viele Süßigkeiten und Briefe und einen selbstgeschrieben Song von Laura, was den Tag wirklich perfekt machte.
Aber was wäre ein Geburtstag ohne anständige Feier?! - Richtig, nicht das, was es eigentlich sein sollte! So entschlossen wir uns, den Tag bei einer Salsanight im Afrikiko (Bar in Accra) ausklingen zu lassen. Die Stimmung war wirklich ausgelassen und ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sehr den Ghanaern das Rythmusgefühl scheinbar in die Wiege gelegt wurde! Trotz der Tatsache, dass meine Salsakenntnisse nicht über den Grundschritt hinaus gehen, hatte ich viel Spaß auf der Tanzfläche.
Müde aber glücklich kehrten wir Nachts zurück und ließen uns zu Bett sinken. Diesen Geburtstag werde ich so schnell nicht vergessen!

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Ich erlebe so viel in Ghana, dass ich total darüber hinweg komme, meinen Blog angemessen zu führen. Deshalb jetzt hier die wichtigsten Zusammenfassungen der letzen Wochen:

Nach den 2-wöchigen Weihnachtsferien des Straßenkinderprojekts war die Freude des Wiedersehens bei mir und den anderen Freiwilligen auf ein Maximum gestiegen, obwohl wir die kinderfreie Zeit gut zur weiteren Erkundung des Landes nutzen konnten.

Schon seit längerer Zeit haben wir im Projekt über mögliche Ausflugsziele nachgedacht, bis wir schließlich den Entschluss gefasst haben, mit unseren Kindern am 11.01.17, also quasi zum Start ins neue Jahr, einen Ausflug an einen kostenpflichtigen Strand zu unternehmen (-> wissenswert hierzu: Da Accra ja an der Küste liegt, gibt es allerhand Strände, jedoch sind viele sehr vermüllt, sodass ein Besuch dort nicht nur unangenehm für Gemüt und Nase ist, sondern das Baden eine wirkliche Gefahr darstellt). Natürlich haben wir den Ausflug 2 Tage vorher im Projekt angekündigt und die Eltern per Zettel informiert (wobei ich mir nicht sicher bin, wie viele der Eltern wirklich die englische Sprache beherrschen), wodruch eine tierische Vorfreude entstand. Schon am Morgen des Ausflugtages kamen mir strahlenden Kindergesichter mit den Worten "Let's go to the beach!" oder "I like swimming!" entgegen, was die Motivation und Freunde auf den Tag nochmal steigerte.

Mama Minas Koch namens Francis hatte uns netterweise ein Trotro organisiert, sodass unsere Reise in Richtung La Bardi Beach (ca. 15-20 Minuten vom Projektort entfernt) beginnen konnte. Fröhlich trällerten wir die altbekannten Songs "If you happy and you know it..." oder "I like the flowers.." während wir uns auf Accras Highway dem Strand näherten.

Dort angekommen steuerte die Rasselbande direkt das Meer an und es war wirklich gar nicht so einfach einen Überblick über 30 sich freuende, springende Kindern zu behalten. Während einige Kinder sich trotz keinerlei Schwimmerfahrung mutig in die Wellen warfen, schauten sich Andere vorsichtig um und genossen den Augenblick. Vereinzelt flossen über das ein oder andere Kindergesicht Freudentränen, da ein paar den Strand und das Gefühl des Sandkitzelns unter den Füßen höchstens aus Erzählungen kannten.

Auch wenn mit 5 Freiwilligen eigentlich eine gute Basis der Aufsicht geschaffen war, stellte sich die Überwachung von 30 Nichtschwimmern (das hätte ich mir eigentlich auch vorher denken können!) eine Herrausforderung dar. In Deutschland wäre ein Ausflug in dieser Art sicher nicht möglich gewesen, aber hier in Ghana bringen die Eltern uns enormes Vertrauen entgegen und sind einfach froh, wenn ihre Schützlinge etwas erleben dürfen, da sich einige Eltern einen Strandbesuch sicher nicht leisten können.

Nachdem einige Sandburgen gebaut waren und die Kinder erschöpft aus dem Wasser kamen, stand ein weiteres Highlight auf dem Programm (aus deutscher Konsumsicht vielleicht eher unverständlich): nämlich das Pizzaessen! Normalerweise bereitet Francis immer etwas Mittagessen für die Kinder vor, was dann in Mama Minas Garten verspeist wird. Wirklich eine sehr nette Geste! Jedoch ist die Speisekarte sehr eintönig und oft auch nicht genug für alle da, sodass die Kinder hungrig nach Hause gehen und ich mir nicht sicher bin, ob alle zu Hause noch eine weitere Speise erwartet.

Aber nicht heute! An diesem besonderen Tag sollte niemand hungrig nach Hause gehen. Wir bestellten genügend Pizza und Softgetränke für alle, sodass (gefühlt das erste Mal) kein Futterneid entstand. So glücklich und ausgelassen habe ich die Kinder selten zuvor gesehen, was mein Herz wirklich erwärmte!

Glücklich und zufrieden begaben wir uns gegen Nachmittag zurück zu Mama Minas Grundstück. Dieser Tag wird mir und den Kindern sicherlich in ganz besonderer Erinnerung bleiben!


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Nach einer ausgiebigen Winterpause melde ich mich nun mit den Ereignissen der Weihnachtsfeierlichkeiten zurück.
Generell gestaltete sich die Adventszeit schon ganz anders, als ich es aus Deutschland gewohnt war: Dort wo in der Heimat die Weihnachtsindustrie samt Glitzer und Lametta ihren Platz gefunden hat, hebt sich die Zeit der Besinnlichkeit in Ghana nur wenig von restlichen Jahresabschnitten ab.
So begab es sich, dass unter uns Freiwilligen keine wirkliche Weihnachtsstimmung aufkam, was aber auch auf das gleichbleibend warme Wetter geschoben werden kann. Ab und zu hörten wir zwar die Weihnachtsklassiker wie "Jingle Bells" oder "Last Christmas" aus einer Handyplaylist, das passende Feeling wollte jedoch nicht aufkommen. Somit waren wir alle förmlich überrascht, als der Weihnachtstag schließlich vor der Tür stand.
Positiv gestimmt schlüpften wir am Weihnachtsmorgen aus unseren Betten und begaben uns zum Frühstück. Gespannt was der Tag noch bringen würde, entschlossen wir kurzer Hand den Vormittag am Strand zu verbringen. Wie cool ist es denn bitte zu erzählen, Weihnachten am Strand verbracht zu haben?!
Motiviert stiegen Laura, Lina, Joyce, Vickie und ich ins Trotro (kleiner mit Bänken umgebauter Lieferwagen, welcher als geläufiges öffentliches Verkehrsmittel genutzt wird) in Richtung Laboma Beach, welcher in ca. 20 Minuten von unserem Wohnort Nungua entfernt ist.

Von rechts: Laura, Joyce, Lina, ich und Vickie am Strand
Angekommen am Strand genossen wir das Meeresrauschen und warfen uns in die Wellen. Während wir an Joyce's von zuhause zugeschickten Zimtsternen knabberten, packte Laura Ihr Blockflöte worauf schließlich ein gemütliches Weihnachtslieder singen am Strand folgte.
Nach ausgiebigem Sonnenbaden begaben wir uns auf den Heimweg. In unserer Abwesenheit hatten sich weitere Freiwillige netterweise dazu bereit erklärt, für unser europäisches Festmahl einzukaufen. Auf der Speisekarte stand: Käsespätzle mit einem frischen Bauernsalat, was wirklich für mich ein Highlight darstellte, da ich meinen deutschen Käse schon wirklich ein wenig vermisse.
Gemeinschaftlich bereiteten wir alles bei im Hintergrund laufender Weihnachtsmusik vor, was jedoch mehr Zeit in Anspruch genommen hat als erwartet (ich hätte nie erwartet, dass für selbstgemachte Spätzle ein so großer Arbeitsaufwand nötig ist!).
Nachdem wir gemeinsam bei gemütlicher Stimmung unser Essen verspeisten, versammelten wir uns um zur Geschenkeübergabe auf der Terrasse.
Ich hatte dieses Jahr gar nicht damit gerechnet etwas an Weihnachten öffnen zu dürfen, umso mehr freute ich mich, dass andere Freiwillige an mich gedacht hatten. Ich erhielt kleine Briefe und ein wenig Schokolade, worüber ich mich tierisch freute. Schließlich kam so ein Gefühl der gegenseitigen Wertschätzung auf, in der das materialistische Weihnachten gar nicht so Bestandteil zu sein schien.
Da (wie ich schon oben erwähnt hatte) Weihnachten ganz anders verläuft als in Deutschland ging die anfangs so besinnliche Stimmung in Partystimmung über, was ich jedoch keinesfalls als unangenehm empfand.
Zuvor hatte unser Hausherr William Freunde, Verwandte und Nachbarn eingeladen, sodass sich das Haus zu späterer Abendstunde schnell zur Partyhütte entwickelte. Für viel Alkohol und die passende ghanaische Musik war gesorgt, sodass viele Stunden vergingen, bevor wir müde zu Bett sanken.
Am nächsten Morgen ähnelte unser Haus einem Schlachtfeld, was es zu aufräumen bedurfte und einige Zeit in Anspruch nahm.
Zusätzlich hatte unser ghanaische Mitbewohner Game leider verschlafen, sodass wir den morgendlichen Gottesdienst verpassten und ich dem alljährlichen Kirchengang an Weihnachten nicht nachkommen konnte.
Alles in allem bin ich jedoch wirklich positiv überrascht von dem etwas anderen Weihnachten und bin froh diese neue, aufregende Erfahrung gemacht zu haben. Nichts desto Trotz freue ich mich ebenso auf ein alljährliches, gewohntes Weihnachtsfest in 2017.

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Nach langem Warten und vielen (oft unkoordinierten) Proben stand der große Tag des Straßenkinderprojekts endlich bevor: Die große Weihnachtsaufführung inklusive Krippenspiel sollte aufgeführt werden!
Pünktlich um halb 9 (im ghanaischen Sinne- was übersetzt bedeutet, dass jeder dann kommt wann es ihm passt) trudelten die Kinder wie jeden Morgen in Mama Minas Garten ein. Doch anstatt zu singen, tanzen oder den sonst alltäglichen Aktivitäten im Projekt nachzugehen war heute die Verschönerung des Grundstücks geplant-sprich schrubben, fegen, aufräumen und schmücken!
Die Verantwortung für den Weihnachtsputz übernahmen eigentlich Mama Mina als Veranstalterin und Linda (Caretakerin des Projekts- leider ist auf ihre regelmäßige Anwesenheit kein Verlass).
Unvorteilhafter Weise fehlte von beiden jegliche Spur, sodass wir schließlich eigenhändig anfingen, die im Vorhinein zusammengesammelten Stoffe auf der Bühne zu platzieren, den Garten aufzuräumen und Kostüme zu sortieren- schließlich musste das Ganze beginnen, auf die Einladungskarten hatten wir 14.30 Uhr (dazu später mehr) als Beginn der Aufführung vermerkt!
Während einige Kinder gerne ein wenig mithalfen nutzen andere die Zeit um die Belastbarkeit der Schaukel auszuprobieren.
Generell verlief der erste Teil des Tages unspektakulär und eher zäh- während bei uns Freiwilligen die Anspannung stieg (schließlich war ja schon um 14.30 Uhr der geplante Start der Aufführung und alles war nur halbfertig), blieben die ganzen verantwortlichen Ghanaer tiefenentspannt. Wahrscheinlich kann ich einfach das europäische Denken der Pünktlichkeit und Ordentlichkeit noch nicht ganz ablegen- obwohl mich wohl in meiner Heimat niemand mit diesen Attributen charakterisieren würde.
Pünktlich um 14.30 Uhr standen wir Freiwillige in unseren Weihnachtskleidern bereit zur Aufführung. Aber von Vollzähligkeit in den Zuschauerrängen keine Spur- vielleicht eine Hand voll Eltern hat es pünktlich geschafft...
Während Linda sich zurück aufs Gelände verirrt hatte, war Mama Mina weiterhin vom Erdbeben verschluckt...
Ganz kurzfristig mussten jetzt noch Päckchen für alle Kinder gepackt werden- an sich ja eine nette und spendable Geste, die man aber hätte auch schon 2 Tage vorher planen können.
Die Uhr zeigte mittlerweile 16 Uhr an, die Zuschauerränge gut gefüllt- alles bereit für die Aufführung... Naja bis auf den Fakt, dass Mama Mina noch immer nicht den Weg zurück zu ihrem Grundstück gefunden hatte...
Schließlich machte ich Linda um 16.30 Uhr darauf aufmerksam, dass wir nun langsam starten müssen, da es kurz nach 6 Uhr schon stockfinster und das Grundstück nicht beleuchtet ist. Darauf bekam ich die entgeisterte Antwort "it's getting dark, it's getting dark- we have to start, we have to start".
Kurz nach 17 Uhr stand der Aufführung nichts mehr im Wege- Mama Mina war auch angereist und hatte sich in Schale geworfen.
Das Spektakel begann mit den Liedern "We wish you a Merry Christmas" und "Jingle Bells", zu welchen die Kinder begeistert mit den Armen wedelten.
Anschließend tanzten ältere Kinder zu ghanaischer Musik, sagen vor oder rappten.
Also Höhepunkt der Aufführung stand nun das Krippenspiel bevor und die Anspannung stieg. Generell verlief alles wie geplant- die Kinder nuschelten zwar oder ließen gar ihren Text weg, aber für ihr Alter haben sie wirklich Großes geleistet!
Die Aufführung endete in großem Applaus, die Eltern waren mächtig stolz auf ihre Schützlinge!
Es folgten weitere Lieder und Mama Mina sang ganz begeistert mit.
Die Performance endete im Sonnenuntergang, also grade noch rechtzeitig geschafft. Nur Mama Minas Rede, in der sie ihre Dankbarkeit bekundete und alle Beteiligten lobte fiel in die Dunkelheit.
Insgesamt war der Ganze Nachmittag ein schöner Einklang auf das Weihnachtsfest und die Stimmung war ausgelassen.
Großzügigerweise bekam jedes Kind (egal ob Kind vom Projekt, Gescheisterkind oder Schulkind) ein Päckchen mit einem Getränk, Keksen, Luftballons, Stiften und einem Schreibheft, worüber die Kinder sich freuten.
Abschließend hatte Mama Mina für jeden Besucher ein Essen (Reis mit Hühnchen) kochen lassen, sodass niemand hungrig nach Hause gehen musste.
Allerdings wird hier auch die Armut deutlich- der Kampf gegen den Hunger lässt die Kinder zu kleinen Raubtieren werden: Es herrscht ein totaler Futterneid, schwächeren Kindern wird das Essen geklaut, um das letzte Hühnchen wird sich gezankt. So sehr, dass der Koch sich in die Kindermeute werfen musste, um Verletzungen zu verhindern.
Grade in solchen Momenten merke ich erst, welchem luxuriösen, nahezu verschwenderischen Lebensstil ich (grade in Deutschland) nachgehe und wie sehr die Armut das Leben der sonst so liebevollen Kindern begleitet und sie in ihrem Handeln einschränkt.

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Hallo ihr Lieben!👋🏼
Wie einige von euch ja wissen, bin ich erlebe ich schon seit mittlerweile über 2 Monaten das Abenteuer Ghana.
Bisher hab ich das Ganze ja nicht via Blog bzw. im Internet geteilt, aber die vielen Whats App Nachrichten mit "Wie ist denn Ghana so?..." oder "Erzähl mal was du so machst..." haben mich schließlich inspiriert, einen Blog zu erstellen, indem ich Erfahrungen und Erlebnisse wiedergeben möchte und die ghanaische Lebensweise (zumindest in Teilen- sie ist wirklich sehr umfassend) versuche zu präsentieren. Es hat sich mir nämlich als kompliziert erwiesen, den ganzen neugierigen Fragen in 1-2 informativen "Whats-App-Sätzen" gerecht zu werden.
Natürlich ist es schwer, die bisher schon vielen neu gewonnen Eindrücke zusammenzufassen, dennoch will ich mich bemühen, Vergangenes hier aufzuarbeiten.
Aber nun erstmal grundlegend zu mir und den Begebenheiten hier:
Ich wohne mit anderen Volunteers und 4 Ghanaern unterm Studenthousedach in Teshie-Nungua (je nach Verkehr 20-60 Minuten von Ghanas Hauptstadt Accra entfernt) zusammen. Am Anfang hab ich den Ganzen kritisch entgegen geschaut, da ich es mir so sehr gewünscht hatte, mich in eine waschechte ghanaische Familie zu integrieren. Aber mittlerweile bin ich froh hier zu sein, da ich gut Anschluss gefunden habe und mich nach einem anstrengenden Arbeitstag immer wieder freue nach Hause zu kommen (vielleicht in einem weiteren Eintrag mal mehr zu den wohnlichen Begebenheiten und Mitbewohnern).
A propos Arbeit: Nach einem misslungenen Start an der "Great Future Star Academy" (Privatschule), arbeite ich nun im Straßenkinderprojekt in Nima, was (bis auf die lange Anreise von über 1 Stunde pro Weg) wirklich erfüllend ist. In das Projekt kommen Kinder, deren Eltern sich den Schulbesuch ihrer Schützlinge nicht leisten können. Basierend auf Spenden, freiwilligen Helfern und Mama Minas Interesse und Großzügigkeit ihren Garten zur Verfügung zu stellen kommen also wöchentlich um die 25-30 Kinder im Alter von 2-13 Jahren ins Projekt.
Der Tagesablauf besteht aus Elementen wie singen, tanzen, basteln und spielen, aber auch der altersgerechte Unterricht spielt eine wichtige Rolle.
Als nächstes große Highlight steht bei uns übermorgen, dem 22.12.16, die Vorstellung des Krippenspiels mit zahlreichen musikalischen Untermalungen bevor, was auch ganz sicherlich einen Platz in meinem Blog finden wird!
Also bis dahin liebe Grüße aus dem sonnigen Ghana und viel Spaß beim weiteren Verfolgen meines Blogs!😊🇬🇭👋🏼
Ich werden mich bemühen, euch auf dem Laufenden zu halten.
Eure Caro🙃

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