Schon wieder ist ein Monat vergangen. Es ist 22 Uhr, in zwei Stunden ist mein Geburtstag, und das ist doch ein Anlass, den Januar nochmal Revue passieren zu lassen ...
Der Monat hat doch sehr tragisch begonnen, mit dem Tod von David Bowie am 10. Januar und dem von Alan Rickman am 14. Januar. Zwei Personen, die der Welt sehr viel gegeben haben, verändert haben und dadurch auch nie in Vergessenheit geraten werden.

Die Schule hat am 7. Januar wieder angefangen, locker und echt entspannt. Die meiste Zeit schauen wir Filme und lesen Bücher. Ab und zu haben wir dann mal eine Arbeit zwischendurch. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Schule hier wirklich nicht streng.
Trotzdem nimmt die Schule aber einen Großteil der Zeit in Anspruch, weshalb es manchmal echt nicht einfach ist, nach der Schule etwas zu unternehmen. Ich habe hier erst 4:25 Uhr Schulschluss.

Ich vergesse immer wieder, dass wir im Januar sind, hier ist momentan ein richtiges Novemberwetter. Ein stetiger Dunst, der über allem liegt, Regen, es ist warm (so um die 5°C) und eine ein wenig bedrückende Atmosphäre. Gar nicht so, wie ich es vom kanadischen Winter erwartet hätte. Aber Schnee liegt.

Während ich hier so schreibe, merke ich, dass im Januar gar nicht wirklich viel passiert ist. Ich stelle nur wieder fest, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Austausch ist schon fast bei der Hälfte angekommen.
Nächstes Wochenende fahre ich mit alles anderen Austauschschülern von YFU, die hier in Kanada sind, in den Algonquin National Parc, wir machen dort eine Hundeschlittenfahrt. Darüber werde ich dann auf jeden Fall schreiben, wenn ich zurück komme.


Und schon wieder ist eine Stunde vergangen, es ist 23 Uhr.


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Es kommt mir alles so unwirklich vor. Das Jahr soll schon vorbei sein ? So schnell ?
Mittlerweile sind es vier Monate, die ich hier in Kanada verbracht habe, vier Monate voller neuer Eindrücke, voller Kultur, vier Monate, in denen ich unglaublich viel gelernt habe.

Und in dieser Zeit ist so viel passiert. Der Herbst ist vorbei, der Winter ist da. Doch er hat auf sich warten lassen. Erst vor einer Woche hat der Schnee angefangen, jetzt ist alles weiß eingeschneit. Aber weiße Weihnachten hatten wir nicht. Das hat mich wirklich sehr überrascht, da alle mir vom kanadischen Winter erzählt hatten, dass dieser schon im Oktober einsetzt. Aber dieses Jahr war dann wohl eine Ausnahme.
Weihnachten ist jetzt aber auch schon ein bisschen mehr als eine Woche her. Dieses Jahr hatte ich jedoch ein ganz anderes Erlebnis dieses Festes als sonst. Meine Gastfamilie ist jüdisch. Und im Judentum feiert man Weihnachten nicht, sondern Hanukkah. Hanukkah ist das Fest des Lichtes und dauert acht Tage, im Jahr 2015 vom 6. bis zum 14. Dezember. Das war für mich eine ganz besondere, interessante Erfahrung. 

Weihnachten hier in Kanada ist ähnlich wie in Deutschland, aber ich habe das Gefühl, dass es größer ist und kommerzieller. Alle Häuser sind geschmückt mit Lichtern, die in der Nacht alles bunt anleuchten. Alles blinkt und überall hört man Weihnachtslieder die aus Lautsprechern an Läden tönen. 

Und dann kam Silvester. Der Jahreswechsel, der in Deutschland so groß gefeiert wird. Man trifft sich mit Freunden, man geht raus auf die Straßen und lässt Raketen steigen, man verjagt die bösen Geister des letzten Jahres. In Deutschland.
Hier scheint es keine Geister zum verjagen zu geben. Hier lässt man keine Raketen steigen. Es war ganz ruhig, die Straßen waren leer, alle in ihren Häusern. Ich kann nicht sagen, wie es im Stadtzentrum war, aber hier im Vorort ist man ganz still und leise ins neue Jahr übergegangen. 

Nun ist es schon seit zwei Tagen das Jahr 2016, aber ich wünsche dir alles Gute fürs neue Jahr !

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​Ja, es ist jetzt wirklich Herbst. Wie schnell das doch plötzlich ging. 
Das Rascheln der Blätter unter den Füßen, die immer grauer werdende Landschaft, der scharfe Wind, der sich seinen Weg durch die Kleidung auf deine Haut sucht, die immer kürzer werdenden Tage. Die Freude auf einen heißen Tee, wenn du nach Hause kommst. Das klingt doch richtig nach einer kalten, aber trotzdem wunderbar gemütlichen Jahreszeit. 
Und irgendwie auch wunderbar klischeehaft. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Vor jeder Haustür steht ein ausgehöhlter Kürbis, alles ist geschmückt mit Geistern und was sonst so Angst machen soll, das Halloween-Geschäft boomt wie wild. Natürlich haben wir uns diesem ganzen riesigen Klischee angeschlossen, haben Kürbisse geschnitzt, Kürbiskerne geröstet, haben uns verkleidet und uns schließlich am Samstag klingelnd und "Trick or Treat" - sagend vor den Haustüren fremder Menschen vorgefunden.

Wieder habe ich etwas komplett neues erlebt, auch wenn du jetzt vielleicht denkst, dass es das nicht ist, weil es in Deutschland auch Halloween gibt. Ja, aber es ist so anders. Ich bin nicht einer Person begegnet, die verärgert über das ständige Klingeln die Tür vor unserer Nase zugeschlagen hat, keinem unfreundlichen Autofahrer, der die ganzen mehr oder weniger gruseligen Kostüme einfach nicht mehr ausstehen kann.

Hier ist alles so friedlich, so freundlich.

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Zu allererst muss ich mich bei dir entschuldigen. Dafür, dass ich jetzt so lange nichts auf meinem Blog geschrieben habe. Die Wochen rauschen nur so an mir vorbei und ich habe bis jetzt einfach nicht die Zeit gefunden. Fast zwei Monate bin ich jetzt schon hier, ist das nicht unglaublich ? Als ich das letzte Mal geschrieben habe, war ich noch nicht einmal in der Schule, oder ?

Ja, es ist wirklich viel passiert. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Hier wird es jetzt richtig kalt. Die Bäume werden langsam kahl, wobei sie doch vor zwei Wochen noch in allen Farben geleuchtet haben, und das gesamte Landschaftsbild, samt Wetter, geht in ein mehr oder weniger monotones Grau über. Vielleicht klingt das nach einer wirklich trüben und öden Atmosphäre, aber das ist es ganz und gar nicht. Hier gibt es viel zu tun, viel zu erleben, und vor Allem lerne ich jetzt immer mehr Menschen kennen, mit denen ich gemeinsam etwas unternehmen kann. Ich mag meine Schule hier sehr. Es ist eine kleine Schule, 500 Schüler ungefähr. Sie funktioniert ein wenig anders als alle anderen Schulen, sie ist irgendwie individuell. Und sie ist französisch, was für mich anfangs eine echt große Herausforderung war. Nach drei Wochen durchgehend englisch sprechen, bin ich dann erstmal total durcheinander gewesen und in meinem Kopf hat sich ein riesiger Sprachenmix gebildet. Aber mittlerweile ist das alles gar kein Problem mehr.
Ich bin hier im künstlerischen Profil, denn ich hatte die Wahl zwischen Kunst und Theater, und ich glaube, dass Kunst eher zu mir passt.
Und, achja, worüber ich ursprünglich schreiben wollte, meine Freunde. Alle sind so offen hier. So interessiert. Haben mich sofort aufgenommen in ihre Gruppe, mir alles gezeigt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin unglaublich glücklich in meiner Schule und in meiner Klasse.

Was ist sonst passiert ?

Ich befinde mich nach wie vor in einer Art Schwebephase, nicht komplett angekommen aber auch nicht mehr in Deutschland, ich habe noch immer nicht realisiert, hier zu sein. Vielleicht werde ich das nie. Alles ist so interessant, so neu, überwältigend.

In diesem Sinne verabschiede ich mich von dir. Ich verspreche dir, dass ich von nun an wirklich öfter schreiben werde, was passiert.

Und schau mal bei Ellas Blog vorbei. Ja, ich weiß, sie schreibt in schwedisch, aber sie macht tolle Fotos. Und sie ist um einiges zuverlässiger als ich in Sachen regelmäßig-schreiben.

http://nouw.com/Ellamaria


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Die Zeit ist wie ein kleines Kind. Wenn du nicht aufpasst, rennt sie dir blitzschnell weg.

Die letzte Woche ist wie im Flug vergangen. Ich habe jeden Tag etwas neues erlebt und erfahren.
Vergangenen Samstag ist Ella zu uns gekommen, weil ihre Gastfamilie, die bei mir in der Nähe wohnt, noch nicht bereit war, sie aufzunehmen. Ella kommt aus Dänemark und verbringt genau wie ich mit YFU ein Jahr in Kanada. Es ist schön, jemanden zu haben, der in genau der gleichen Situation ist wie man selbst.

Im Austausch geht es nicht um die Sprache, es geht um viel mehr. Es geht um Kultur, um Menschen, um Gedanken, um Mentalität. Ich habe nicht erwartet, dass ich innerhalb so kurzer Zeit in eine so andere Kultur eintauchen würde. Vielleicht erscheinen dir Kanada und Deutschland sehr ähnlich. Nein, das sind sie nicht, aber das sieht man erst, wenn man hier ist.
Am Wochenende war Rosh Hashanah, das jüdische Neujahr, und das hat meine Gastfamilie gemeinsam mit uns mit einem großen Festmahl gefeiert, mit typisch jüdischen Gerichten und der traditionellen Zeremonie vor dem Essen. Es war komplett neu für mich, aber ich liebe es, etwas mir bisher so Unbekanntes erleben zu dürfen.

Während der Woche haben Ella und ich unsere Umgebung erkundet. Ja, es hört sich nach einem jungen Vogel an, der zum ersten Mal sein Nest verlässt und sich jeden Tag ein bisschen weiter davon weg traut. Genau so habe ich mich gefühlt. Zuerst sind wir mit dem Fahrrad durch meinen Ort gefahren, haben uns ihm vertraut gemacht. Am Tag darauf haben wir uns in den Zug Richtung Montreal gesetzt, aufgeregt, diese wundervolle Stadt nun endlich von Nahem betrachten zu können, versteckte Winkel und Straßen zu entdecken, in ihre Kultur einzutauchen und sie aufzusaugen. Um dann sofort zu wissen, dass man süchtig nach ihr ist. 

In Montreal findest man alles. Die herzlichsten Menschen, die verwunschensten Orte, die verrückteste Mode, das exotischste Essen, ... Meine Liste könnte ewig so weiter gehen. Und das, obwohl ich die Stadt noch nicht einmal ansatzweise in all ihren Facetten kennen lernen durfte.

Und doch bin ich jetzt schon verzaubert und hoffe, dass diese Magie anhält, und mir nicht davon läuft wie ein kleines Kind.

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